Pyay

Von Pyay habe ich leider kaum Bilder, was wohl daran lag, dass ich die meiste Zeit mit einer Magenverstimmung im Bett verbracht habe. 

Trotzdem muss ich sagen, dass dieser Ort mir besonder gefallen hat. Also das, was ich auf den Spaziergängen zum Markt und zum Nachtmarkt und zum Fluss gesehen habe. Überall in Myanmar sind wir stets mit sehr viel Freundlichkeit und Respekt behandelt worden. Aber hier in Pyay scheinen die Leute noch eine ganze Portion davon obendrauf zu legen. Allen voran die Betreiber des Panga Bar Guest House, wo wir für 4 Nächte unterkamen. Der Familienbetrieb wird von einer Handvoll liebevoller älterer Herrschaften geführt, die jedem Gast mit einer selbstverständlichen Leichtigkeit jeden Wunsch zu erfüllen versuchen. Und das für jeweils 1000 Kyat, egal worum es geht. Am ersten Tag bat ich sie um Rat, wo ich mir aus meinem auf dem Markt in Inle gekauften Stoff einen Longhy nähen lassen könnte. Sofort bat der ältere Herr mit Brille an, er könne dies erledigen. Ich staunte nicht schlecht, aber er schwang sich auf sein Fahrrad um kam 30 Minuten später mit fertigem Longhy zurück. Daraufhin versammelte sich die gesamte Familie um mich, um mir zu zeigen wie man den dann auch richtig wickelt. Mit herzzerreißender Hingabe haben sie sich um mich gekümmert als es mir nicht gut ging und haben mit diverse Tees und Elektrolyte-Beutelchen vorgesetzt und ja, beim Thema Essen war mit denen nicht zu spaßen – da sind alle Großeltern auf der ganzen Welt wohl gleich. Haben nur die typischen Oma-Kekse gefehlt. Und wer morgens seinen Tee nicht getrunken hat, der war mit dem Frühstück auch noch nicht fertig. 

Auch die Menschen auf dem Markt waren unheimlich freundlich. Ich sage unheimlich, da es für einen Berliner mitunter tatsächlich unheimlich ist, auf überaus freundliche Menschen zu treffen. Daran muss man sich erst gewöhnen, doch bald ist man gewillt ebenso lächelnd durch die Straßen zu laufen. 

Wahrscheinlich ist man hier noch so neugierig und überaus freundlich und noch nicht so auf verkaufen aus, da es hier einfach deutlich weniger Touristen gibt. Bis auf ein paar weitere die bei uns mit im Panga bar wohnen habe ich keine gesehen. Da verwundert es eigentlich nicht, dass wir von allen angestarrt werden. 

Als wir genug vom Markt haben – dieser stellt sich als sehr viel größer und unübersichtlicher heraus als ursprünglich angenommen – gehen wir zum nächstgelegenen Teeladen und gönnen uns eine kalte Fanta (heißt hier Max). Der Besitzer Than Htun Oo verwickelt mich in ein recht langes Gespräch über Gott und die Welt. Ok, vielleicht nicht über Gott, aber schon ein wenig über die Christen, da er in seiner Kindheit in einer christlichen Schule war und daher für die Verhältnisse hier sehr gebildet. Daher ist ihm die Frage auch sehr wichtig, ob ich selber Christ bin und wenn ja zu welchem Verein ich gehöre. Ich sage einfach mal ja und er freut sich. Im weiteren erzählt er viel von seinem Land und was er von der neuen Regierung erwartet und wie schlecht die Bildung hier leider ist, was er als sehr großes Problem sieht. Trotzdem mag er sein Land sehr gern und er schätzt die Art zu Leben, in der Familie. Denn auch wenn er sein Land nie wirklich verlässt, nur mal zu Kongressen in Thailand, denn er ist ein Mitglied eines Komitees gegen Aids – was er sehr stolz mitteilt – weiß er durchaus, wie es in anderen Teilen der Welt aussieht. Zum Beispiel dass wir Europäer ständig der Arbeit hinterherlaufen und viel zu wenig Zeit mit der Familie verbringen. Und er hat recht, wenn man sich die Menschen hier ansieht haben sie vielleicht nicht viel, aber alles was sie brauchen. Und ein Smartphone, denn das hat hier wirklich jeder. Die Neuigkeit, dass Deutschland nicht mehr geteilt ist, scheint ihn ein bisschen zu überraschen, aber er nimmt es mit Fassung. Zum Abschied gibt es eine Visitenkarte und auf der Rückseite notiert er seine Mibilfunknummer mit dem Vermerk „Any help“. Habe ich erwähnt dass der gute Herr bereits 68 Jahre alt ist, in diesem Land ein ziemlich stolzes Alter und ihm genauso wie allen Menschen jenseits der 30 bei uns auffällt, verdammt, da bleibt nicht mehr viel Zeit übrig. Auch dies scheint international zu sein. 

Soviel kann ich zu Pyay sagen. Nach vier Nächten im Panga Bar heißt es aber Abschied nehmen. Und sollten wir gedacht haben, noch kleiner kann ein Bus nicht werden… Ha! Mit dem Minivan geht es durchs Gebiege, geschlagene 8 Stunden geht die Fahrt bis in Wagen nur noch wir – wir sitzen übrigens direkt hinter dem Fahrer, denn nach den Mönchen kommen in der Reihenfolge wohl direkt die Ausländer – übrig sind und bis vors Hostel gefahren werden. 

Und jetzt sitzen wir hier am Ngapali Beach in einer Bucht und genießen die Meerluft. Bilder folgen :)

P.S. Vorhin im Restaurant habe ich mein Herz verloren an das schönste kleine Katzenmädchen auf der ganzen Welt. Weiß jemand ob man die mitnehmen darf? ;) (Auch von ihr folgt ein Bild sobald ich die Fotos von meiner Kamera habe)

~ Jule ~

  

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