Yangon

In der größten Stadt Myanmars haben wir nun drei Nächte verbracht. Leider muss ich sagen, dass ich nach den wunderbaren Tagen am Meer erneut Probleme habe, mich auf die drückende Hitze einzustellen. Daher haben wir es mal ruhig angehen lassen und uns nicht so sehr viel angesehen, wie wir es zuvor gemacht haben.
Die erste Nacht haben wir in einem mäßig schönen Hotel in der Nähe des Flughafens verbracht – da waren wir froh, überhaupt etwas zum schlafen gefunden zu haben. Mittags nahmen wir uns dann schließlich ein Taxi und zogen ins Agga Youth Hostel um – siebter Stock (mit Aufzug!) und Restaurant auf dem Dach. Die Zimmer machen einen sehr guten Eindruck, auch wenn man auf dem zweiten Blick den ein oder anderen Mangel feststellen kann. Immerhin gibt es ganze drei Steckdosen und gutes Internet!

Den ersten richtigen Mittag verbringen wir im Viertel, erkunden die schmalen Gassen (wobei mir Yangon im vergleich zu Mandalay eher etwas großzügiger erscheint) und landen in einem kleinen Restaurant. Leider ist mir die Portion viel zu groß bei der Hitze und so bleibt für Micha an späterer Stelle ein kleiner Mitternachtssnack übrig.
Unser kleines ATM-Spiel geht übrigens wieder von vorne los. Nachdem der letzte ATM in Ngapali nicht funktioniert hat und mir beim drücken der Enter-Taste einen hübschen Stromschlag verpasst hat, verweigern uns auch in Yangon die ATMs wieder Geld. Da wir nicht die einzigen sind, die geldlos von dannen ziehen, ist uns schon bewusst, dass es an den Automaten liegt. Heute habe ich allerdings festgestellt, dass es ebenso an unseren Karten liegt – wir haben im Vorfeld leider verpasst unser Erspartes auf die VISA-Karte zu überweisen und der Kreditrahmen war erschöpft. Man lernt halt nie aus. Schön ist natürlich, wenn man dann auch noch das Passwort für die Tan-App vergessen hat, die App daraufhin komplett gesperrt wird und man Mutti über WhatsApp anrufen muss, damit sie bei der Bank anruft und letztlich beide Telefone aneinander hält, damit ich mit der freundlichen Bankangestellten reden kann und sie mir eine Überweisung fertig macht. An dieser Stelle einen ganz lieben Gruß an die DKB, der Service ist top! (Ihr könnt ja nix für meine eigene Blödheit…)

Nach einer kleinen Nachmittagspause gehen wir abends erneut auf Streifzug und laden letztendlich in der Lions Bar, ein wenig über der Straße. Das Publikum ist hauptsächlich männlich und um unsere Beine streichen zwei wunderschöne Thaikatzen, wenig zurückhaltend beim betteln (ja, natürlich haben sie Erfolg!). In der Bar gibt es irgendwann Livemusik (Keyboard und wechselnde, recht schüchterne Sängerinnen) und eine kleine Modenschau. Ich versuche mich wirklich zusammenzureißen und die süßen Birmaninnen nicht vom Laufsteg zu holen und ihnen mal zu zeigen, wie man das macht. Heidi wäre entsetzt in Ohnmacht gefallen. Es ist ja nicht so, als wären sie nicht alle hübsch gewesen, aber so viel Zurückhaltung und wenig Körpergefühl tun der ganzen Sache nicht gut.
Zu den Pommes gibt es hier übrigens wieder Gabeln :)

Am zweiten Tag beschließen wir „relativ“ früh loszugehen und die große Shwedagon Pagode zu besuchen. Die sollte man ja schon gesehen haben, wenn man schon mal da ist. Eigentlich wollten wir auch zur Post, aber die liegt in der anderen Richtung und das ist bei dem Wetter einfach zu weit.
Unterwegs kommen wir an einem Einkaufszentrum vorbei und wollen gleich mal einen Blick hineinwerfen. Nachdem die Einkaufszentren in Bangkok sehr westlich daher kamen, vor allem, was die Auswahl der Geschäfte angeht, muss schließlich ein Vergleich her. (Hab ich schon erwähnt dass wir an keinem ATM Erfolg haben?) Am Eingang werden unsere Taschen kontrolliert, aber nichtmal Michas Multifunktionsmesser scheint hier ein Problem zu sein. Die untere Etage ist ziemlich elegant, hier gibt es sogar Mango – aber kein H&M. Und im Keller ist – so wie es sich für ein Einkaufszentrum gehört – natürlich ein Supermarkt. Ab der ersten Etage reihen sich dann Läden für Stoffe, Klamotten, Technik und Spielwaren aneinander, die alle recht ähnlich sind. Es gab auch einen süßen Laden mit Aktienfiguren (Svenja, ich hätte Dir echt gern eine mitgebracht, aber ich war leider total out of money :/). Besagtes Geld muss schließlich noch für Essen und Eintritt reichen…

Mit Essen ging es auch gleich weiter, in einem süßen kleinen Restaurant in besagtem Zentrum hatte ich meinen ersten Chickenburger seit gefühlt einer Ewigkeit und er war sogar richtig lecker!
Nach dem Einkaufszentrum kamen wir sehr bald zum People’s Park, fanden aber nicht gleich den Eingang und strandeten schnell noch mal in einem Restaurant wo wir uns eine Eisschokolade schmecken ließen. Bei dem Wetter muss man schließlich viel trinken.
Hinter dem Restaurant fanden wir dann auch endlich den Eingang und nachdem wir brav den Eintritt bezahlt haben, konnten wir gemütlich durch die schön gepflegte Parkanlage schlendern. Mehr als schlendern war auch nicht mehr machbar.
Irgendwann entschied ich, eine Pause wäre sehr angebracht und wir setzten uns auf eine Parkbank in den Schatten. Dort blieben wir nicht lange allein, denn an diesem schönen Tag waren sehr viele junge Leute unterwegs und wie wir da so saßen wurde uns gezeigt, wie die Äffchen im Zoo sich so fühlen müssen. Was aber natürlich keine Kritik sein soll, alle haben stets sehr höflich gefragt und immerhin konnten wir gechillt sitzen bleiben während sich immer mal wieder jemand zwischen uns setzte. Vor allem die Mädchen – und davon gab es viele – haben sich dann immer gern meine Hand geschnappt und hatten nicht die geringste Kontaktscheu. Für meinen nächsten Besuch in Myanmar werde ich mir ein T-Shirt bedrucken lassen: „Photo – 1000 Kyat“ – ich verspreche euch, ich komme mit mehr Geld zurück als ich vorher zusammengespart habe ;)

Nachdem wir nun auf gefühlt jedem Smartphone von Yangon verewigt waren, schlenderten wir weiter zur großen Pagode – nicht ohne vorher nochmal in ein schönes Shoppingcenter zu kommen und leider nichts kaufen zu können, da wieder keiner der ATMs bereit war uns Geld zu geben. Aber immerhin konnten wir die Klimaanlage genießen. Und davor gab es noch mal eine Portion Eis. Es war schön bunt, also war es gut. Der Eismann hatte einen klitzekleinen Hundewelpen an seinem Stand, den er für mich hochhob und ich durfte ihn streicheln. Ab da war der Tag wieder richtig gut :)

Am Eingang der Pagode wurden wir natürlich sofort abgefangen und durften Eintritt bezahlen – Einheimische müssen das nicht. Und da ihnen unsere Kleidung auch nicht so richtig gefiel durften wir zusätzlich zwei Longhys kaufen und direkt anziehen. Immerhin ist meiner lila :)
Ganz modern mit Rolltreppen konnten wir nach oben fahren und uns das prächtige Bauwerk und die ganzen Schreine und Buddhas ansehen. Leider waren die Steine wieder so heiß, dass ich mich meist nur rennend und hüpfend von der Stelle bewegen konnte. Auch hier wurden wir wieder sehr fleißig fotografiert und überaus freundlich angelächelt, wo immer wir auch hinkamen. Ein älterer Herr von stolzen 70 Jahren gesellte sich irgendwann zu uns zeigte uns unsere Wochentags-Buddhas über die man 3 mal Wasser kippt, das soll ein langes Leben bringen. Oder so. Er rannte dabei so schnell über die heißen Steine, dass ich kaum mitkam und befürchtete, mir ernsthaft Brandblasen zu laufen.
Am Ende wollte er natürlich eine ziemlich saftige Spende haben, was wir eher mäßig gut fanden, aber wir waren auch zu erledigt um zu diskutieren.

Die Fotoausstellung über die Pagode, mit vielen alten Bildern überflog ich eher und setzte mich dann davon in den Schatten um eine kleine Pause zu machen. Neben mir saß eine Familie mit einem kleinen Kind, das mich sehr überrascht ansah. Die Mutter ermunterte die kleine, doch zu mir rüber zu gehen und mir Hallo zu sagen. Nach einem kleinen Zögern tat sie das auch, gab mir die Hand und sagte brav mingalaba (Das ist Birmanisch und heißt guten Tag). Dann gab sie mir ein Küsschen auf die Wange und eines auf den Mund, ließ mich ziemlich verdutzt zurück und watschelte zu ihrer Mutter zurück. Da diese aber bis über beide Ohren strahlte schien das wohl ok zu sein ;)

Auf dem Rückweg leisteten wir uns ein Taxi und entschieden, im Hostel zu essen. Dort gab es unglaublich gute Thunfischsandwiches mit Pommes zum Sonnenuntergang.
Nach einer kurzen Pause sind wir nochmal vor die Tür gegangen zu einem nahegelegenen Einkaufszentrum um ein weiteres Mal unser Glück mit dem Geld zu probieren. Ein Mönch in der Schlange vor mir hat einen Riesen Batzen Geld abgeholt und damit wieder den Automat leergemacht. Kann man einem Mönch böse sein oder ist man dann ein schlechter Mensch?
(Das Problem löste sich, indem Micha am nächsten Tag Geld wechseln ging.)
So ging der zweite Tag in Yangon zu Ende, für mich mit ein bisschen Kopfweh, daher ging ich mal so richtig früh schlafen.

Heute mittag haben wir dann ausgecheckt und sind mit den öffentlichen Bussen nach Bago gefahren. Zum Glück hatte uns der nette Hotelangestellte genau aufgeschrieben, wie wir fahren sollten, daher konnten wir den Zettel einfach den Busfahrern zeigen und man sorgte sich auch darum, dass wir pünktlich wieder ausstiegen. Mal sehen, was Bago so zu bieten hat.

Anbei ein paar wenige Fotos von Yangon. Die Hitze und so.

~ Jule ~

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s