Träume…

… muss man manchmal einfach wahr werden lassen. Und am besten funktioniert das Hals über Kopf spontan.

Manchmal gerät das Leben ein bisschen aus den Fugen und man muss mit der Faust auf den Tisch hauen, Ordnung machen und Entscheidungen treffen. Manchmal weiß man auch nicht, ob diese Entscheidungen die richtigen sind, aber sie sind nun getroffen und für so viel Mut muss man sich belohnen und vielleicht noch einmal etwas verrücktes machen bevor es losgeht.

Und so brachte mich Google auf der Suche nach einer spontanen Reise möglichst-weit-weg zu Peter Fischer und einer Fotoreise nach Island. Spontan heißt, ich schickte am 27.12. eine Anfrage, ob noch ein Platz frei sei – ein wenig in der Hoffnung eine negative Antwort zu bekommen um dann nicht weiter darüber nachdenken zu müssen, ob ich mir den Spaß überhaupt leisten kann. Natürlich wurde diese Hoffnung nicht erfüllt, also sagte ich am 30.12. zu und nun lieg ich hier auf meinem Bett in einem kleinen, lauschigen Hotel in Grundarfjördur und schreibe diese Zeilen.

Anreise ist am 12.01. mit einem wundervollen lilafarbenen Flugzeug von WOW air. Das der Flughafen Schönefeld zunehmend eine Zumutung ist, muss ich an dieser Stelle wahrscheinlich nicht erwähnen – tue es aber trotzdem. Vom Flughafen Reykjavik gehts mit dem Flybus zum Hotel. Ich bin der letzte Fahrgast und der Busfahrer gönnt mir eine „extra Sightseeing-Tour“ und bringt mich direkt bis vor die Tür, auch wenn ich die letzten 300 Meter auch hätte laufen können.

Um 18:30 treffe ich die Reisegruppe: Peter, Wojciech, Rudolf, Sonja und Cornelia. Wir machen uns bekannt, sprechen über den Verlauf der Reise und gehen schließlich ums Eck (wortwörtlich: aus der Hoteltür raus und zwei Meter nach links ins Restaurant) Pizza essen.

Am Sonntag geht es dann richtig los. Um 10 Uhr checken wir aus, verstauen unser Gepäck im 7-Mann-Bus und fahren Richtung Grundarfjördur. Unterwegs machen wir Stopp an zwei Tankstellen, einem Restaurant im Nirgendwo, wo es super gute Gemüsesuppe gibt und bei den ersten Foto-Spotts: Landschaft, Islandpferde und Wasserfall. Die Pferde sind zutraulich und neugierig und halten mich für was zu Essen, denn sie knabbern mit vorliebe an meiner Jacke (vielen Dank an Cornelia für das schöne Foto mit meinem neuen Freund).

Das Hotel haben wir für uns ganz allein, nicht einmal der Besitzer ist da – die Schlüssel haben wir am Abend zuvor in Reykjavik übergeben bekommen. Wir beziehen unsere Zimmer, gehen zu Abend essen und machen uns dann gegen halb 10 auf zu unserem Berg – Polarlichter fotografieren. Die lassen eine ganze Weile auf sich warten und verstecken sich hinter den Wolken. Als wir schon aufgegeben haben und vom Wasserfall hinunter zum Auto maschiert sind, checkt Peter noch einmal den Himmel und schickt uns wieder zurück. Die Anstrengung den Hügel hinauf bringt die nötige Wärme und wir harren noch bis ca. 1 Uhr aus und werden fürstlich entlohnt: Meine ersten Polarlichtfotos, ein Traum wird wahr.

~ Jule ~

2 Gedanken zu „Träume…

  1. Liebe Jule, 1000 Dank für den super guten Blog; kann mich dem Kommentar nur anschliessen. Und die tollen Fotos ! Du bist eine Profi Fotografin und ich lasse mich gerne noch von Dir in der Langzeitfotografie weiterbilden ! Als s/w Fotografin bin ich davon begeistert ! Mach weiter so, Du hast viel Talent. Herzliche Grüsse. Sonja

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