Welcome to Mandalay

Heute früh um 6:45 klingelt der Wecker. Aufstehen, fertigpacken, auch nichts vergessen?
Eine halbe Stunde später verlassen wir das gemütliche ETZ-Hostel Bangkok. Vielen Dank, ich fand es wunderbar! Um die Ecke gleich ein Taxi gefunden. Das sollte in Berlin mal so einfach sein… Die Fahrt zum Bangkok Don Mueang Airport vergeht schneller als gedacht und kostet auch weniger. Wir sind wirklich früh dran, aber sicher ist sicher.

Check-in ist schnell erledigt, leider muss Micha seine Powerbank abgeben. Die hat wohl zu viel Power. Oder die konnten die gerade gut gebrauchen ;) Noch schnell was zu Essen und nen Kaffee, und dann gehts zum Gate 6 – Flug FD 244 nach Mandalay.

Für mich fühlt es sich an, als würde die Reise jetzt erst beginnen. Bangkok war schön, aber es war auch nur ein Zwischenstopp, zum ankommen, eingewöhnen, lernen, was Hitze bedeutet.

Im Flieger hinter uns sitzt eine junge Familie mit kleinem Kind. Das schreit und zieht mir an den Haaren. Papa tritt scheinbar zur Entschuldigung ständig in meine Rücklehne. Kaum bin ich eingeschlafen, stupst mich die – wirklich sehr hübsche und in ihrem feuerrotem Kostüm sehr adrett gekleidete – Stewardess an. Einreiseformular. Zum ausfüllen. Hätte man nicht direkt Micha in die Hand drücken können, der direkt neben mir sitzt. Gut, wird gemacht. Leider haben wir keine Ahnung, ob wir wirklich eine Adresse angeben müssen. Wir haben natürlich noch kein Hostel gefunden. Also bleibt das Feld frei. (Für Thailand funktioniert das übrigens nicht – bei Einreise stand neben uns ein Paar dass kein Hotel eingetragen hatte, das fanden die Thailänder nicht sehr witzig.)
Wer glaubt, nun würde ich endlich zum Schlafen kommen – nein, natürlich gibt es vorher noch was zu essen. Aber jetzt. Leider muss ich feststellen, dass mein Nackenkissen ein Loch hat. Es ist zweimal die Luft rausgegangen. So muss fliegen sein ;)

Als wir über Mandalay langsam landen, fällt gleich ins Auge, wie trocken es ist, kaum Grün zu sehen. Wir sind gespannt und haben ein wenig Respekt vor der Hitze die da über uns hineinbrechen mag. Gewonnen haben wir eine halbe Stunde Zeit. Die Uhren gehen hier nämlich anders als in Bangkok. Die Einreise gestaltet sich sehr einfach. Keinen stört es, dass wir kein Hostel eingetragen haben. Auch als beim Gepäck-Check auffällt dass wir einen wohl wichtigen Zettel nicht haben, wird zwar zweimal nachgefragt, aber letztendlich werden wir mit einem offenen Lachen durchgewunken. Das ist dann halt so.

Geldbeschaffung ist ein anderes Thema. Wir haben zwei Automaten probiert, der erste nimmt unsere VISA Karten nicht, der zweite gibt uns aus uns unerklärlichen Gründen kein Geld. Micha ist genervt und geht zum Wechselschalter um seine Dollar zu tauschen. Ich probiere es mit Automat Nummer 3. Aha, offenbar ist das Problem, dass wir mehr Geld haben wollten, als die Automaten haben. Beide mit frischen Kyat ausgestattet wagen wir einen ersten Schritt nach draußen. Es ist heiß, sehr heiß, aber nicht drückend. Ein Glück – es ist erträglich!

Irgendjemand hat behauptet, in Myanmar wären die Menschen nicht so arg aufdringlich wie in Thailand. Das wissen die guten Taxifahrer am Flughafen offenbar aber nicht. Nachdem wir alle abgewehrt haben, spricht uns ein junger Mann an und möchte uns mit dem Bus mit in die Stadt nehmen. Der Preis scheint fair und er hat sogar einen Übernachtungstipp für uns. Wir lassen uns darauf ein, denn eine bessere Idee haben wir nicht und wie sich rausstellt, war dass das beste was wir machen konnten.

Wie lange die Fahrt bis zur Stadt dauert, kann ich nicht mehr sagen. Ich schaue aus dem Fenster und überlege mir, wie ich den Anblick später am besten beschreibe. Erstaunlicherweise habe ich bereits begonnen, auf Englisch zu denken und muss jetzt versuchen, einen sinnvollen deutschen Text zusammenzuschreiben und nicht alles zu vergessen, was ich eigentlich sagen wollte.
Auffällig ist, wie schon der Blick aus dem Flugzeug versprach, die große Trockenheit. Alles scheint in Sand und Staub versunken. Trotzdem, dann und wann, scheinen die goldenen Dächer der Pagoden durch die Bäume. Was für ein Kontrast, das saftige, glänzende Goldgelb zu dem staubigen Rest. Am Straßenrand stehen einige sehr einfache Überdächer. Micha meint, es sind Bushaltestellen (für sehr kleine Leute? ;) ), ich denke, es sind Verkaufsstände. Quasi das birmanische Äquivalent zur Erdbeerbox. Vielleicht finden wir ja noch raus, wer recht hat.
Schließlich erreichen wir die Stadt. Ein Mix aus alt und heruntergekommen – mehr noch als in Bangkok – und neu und hochglanzpoliert. Dazwischen ein paar Bauten im Kolonialstil. Es herrscht Rechtsverkehr – auch wenn die meisten Autos das Steuer auf der rechten Seite haben. Wer würde da nicht verrückt werden.

Der Bus nimmt seinen Weg durch die Straßen, Orientierung gibt es für uns keine. Nach und nach steigen unsere Mitreisenden aus bis fast nur noch wir übrig bleiben. Wir warten einfach, bis man uns anspricht. Auch das scheint vernünftig, denn beim nächsten Halt wird uns freundlich zugenickt – wir sind da. Das Royal Guest House. Der Beifahrer steigt mit aus um sicher zu gehen, dass wir mit der Auswahl zufrieden sind (und um wahrscheinlich eine Provision klarzumachen?). Das Guest House ist gepflegt, sehr eng und gemütlich. Wir entscheiden zu bleiben und nehmen das minimal teurere Zimmer mit eigenem Bad. Vielleicht einfach auch deshalb, weil wir dann eine Etage weniger hoch laufen müssen ;)
Zum Zimmer dazu gibt es freies Wifi und Frühstück und um unsere Wäsche kümmert man sich auch. Was will man mehr? Gut, ab und an möge der Strom ausfallen, und das Internet ist nicht das stärkste, wir haben auch keine Schränke, aber die Wertsachen kann man zur Aufsicht bei der freundlichen Damen am Empfang abgeben.
Wer es genau wissen möchte, das Royal Guest House liegt quasi um die Ecke vom Königspalast, 41, 25th St. (82/83).

Nachdem wir uns kurz gesammelt haben, beschließen wir noch kurz vor die Tür zu gehen und mal zu schauen, was es hier so im Viertel gibt. Wirklich nur kurz. Sie Verkehrssituation ist nicht so leicht zu durchschauen und wir wechseln ein paar mal die Straßenseite, keine Ahnung wohin wir wollen. Schließlich werden wir von zwei sehr freundlichen Mopedfahrern angesprochen, natürlich wollen die uns irgendwo hin fahren. Wir lassen uns in ein Gespräch verwickeln, auch wenn wir versuchen direkt deutlich zu machen, dass wir gerade erst angekommen sind und „nur mal schauen“ wollen. Der Tipp, zum Mandalay Hill zu fahren, da ja bald Sonnenuntergang ist, ist aber leider zu verlockend. Und die beiden ja auch so nett. Sie versprechen uns, uns für einen Spottpreis (gefühlt) dorthin zu fahren, auf uns zu warten und uns zurück zum Guest House zu bringen. Ja, warum eigentlich nicht. Ich bin zwar etwas nervös, weil ich noch nie auf einem Moped mitgefahren bin (hoffentlich falle ich nicht runter?!), aber wir bekommen einen Helm geliehen und los gehts.

Schnell wird mir bewusst, die Jungs wissen was sie tun und auch das festhalten klappt ganz gut. Wir kommen allerdings nicht weit, da braucht mein Fahrer frisches Benzin. Hier fährt man dazu nicht an eine klar erkennbare Tankstelle sondern zur nächsten Kreuzung und winkt hektisch den Leuten am Stand zu. Die kommen mit einer alten Wasserflasche voll Benzin an und befüllen den Tank. So gehts auch.
Es geht an zwei Seiten des Königspalastes vorbei – mit kurzer Fotopause am schönsten Aussichtspunkt – und schon sind wir am Mandalay Hill. Begrüßt werden wir von zwei riesigen weißen Löwen die allein schon unheimlich beeindruckend sind.
Unsere Fahrer versprechen zu warten, erklären uns, man käme in optimistischen 20 Minuten den Berg hoch (ca. 240 Meter – 1700 Stufen) und wir sollen uns bitte keine Gedanken um die Zeit und um die beiden machen, sie werden auf jeden Fall warten.

Am Eingang geben wir einem süßen kleinen Mädchen unsere Schuhe für umgerechnet je 15 Cent und machen uns barfuß an den Aufstieg. An das barfuß laufen kann man sich gewöhnen, bis auf die Stellen, wo den ganzen Tag die Sonne scheint und die Steine so heiß sind, dass Europäer nur hüpfend vom Fleck kommen. Unterwegs treffen wir die Hälfte aller Mitreisenden aus unserem Flugzeug. Oder vielleicht auch alle. Es geht vorbei an allerlei kleinen Ständen mit kalten Getränken, Schuhen, Stoffen, Essen und allen möglichen Kleinigkeiten. Jede Treppe führt zu einer kleinen Sehenswürdigkeit, einem besonders großem Buddha oder einer Stupa, oder Pagode… wo ist der Unterschied? An jedem Ende einer Treppe kommt der Gedanke auf, das könnte es doch gewesen sein… oder? Lange werden wir enttäuscht, denn nach jedem Aufstieg finden wir einen weiteren. Die Aussicht ist unglaublich, selbst für Höhenängstliche. Schnell wird klar, die vielen Leute die an den Ständen ihre Ware feil bieten, die wohnen hier auch. Hinter kleinen Holz- oder Blechhütten findet man aufgehängte Wäsche, Kochstellen und alles was man zum Leben braucht. Überall spielen kleine Kinder, schlafen Katzen und Hunde und freundliche Menschen lächeln einem entgegen. Natürlich sehen sie uns unsere Qual an, gerade mir, die ich mit hochrotem Kopf versuche tapfer durchzuhalten.
Wir kommen an einer großen, etwas verfallenen Halle an, die auf vielen Metallsäulen steht. Ich hoffe, dies ist das Ende unseres Weges. Doch kaum biegen wir um die Ecke taucht eine weitere Treppe auf. Die Stufen sind so hoch, ich frage mich, wie die kleinen Menschen hier die Treppe erklimmen können. Am Ende der Treppe landen wir auf einer Plattform mit Steinsäulen in deren Bögen Schriften gemeißelt sind. Ein beeindruckender Anblick – aber bei weiten nicht das Ziel. Auf der nächsten Ebene folgen Bögen aus glänzenden und spiegelnden Mosaiken. Ich kenne jemanden, dem das gefallen würde.
Noch ein Aufstieg… und wir sind tatsächlich da. Die Aussichtsplattform ist erreicht. Touristen werden aufgefordert, hier oben 1000 Kyat zu zahlen. Natürlich zahlen alle – wer läuft schließlich so weit – nur um kurz vor dem Ziel umzudrehen?

Aus Lautsprechern schallt ununterbrochen ein Gebetsingsang. Die gesamte Pagode ist golden und mit Spiegelmosaiken bestückt und glitzert im Licht der untergehenden Sonne. Man hat eine wundervolle Aussicht auf Mandalay und die Shan-Berge. Während wir auf den Sonnenuntergang warten fotografieren wie die niedlichen kleinen Eichhörnchen die in einer Baumkrone über dem Abgrund nach Futter suchen. Mittlerweile haben sich alle Passagiere des Flugzeugs eingefunden. Der Sonnenuntergang ist atemberaubend. Der Abstieg auch. Denn wie vorhin erwähnt, die Stufen waren teilweise sehr hoch. Und wo ich nun oben stehe, fällt es mir schwer weiterzugehen – Höhenangst lässt grüßen.
Sobald die Sonne weg ist, wird es angenehm kühler. Also nicht kalt. Nur ein bisschen kühler. Bevor wir zu unseren Schuhen kommen, möchte Micha erwähnt haben, dass er einen Hahn gesehen hat. Auch die leben am Berg.

Wir werden von unseren freundlichen Fahrern in Empfang genommen und genießen die rasante Fahrt durch die frische Brise nach Hause. Langsam verstehe ich auch das ständige gehupe. Hier ist davon niemand genervt, und niemand hupt, weil er genervt ist. Es ist ein einfaches „Hallo, hier bin ich, bitte überfahr mich nicht!“ Es scheint zu funktionieren, denn der Verkehr fließt reibungslos. An einer Kreuzung kommen von allen Seiten zur gleichen Zeit Mopedfahrer und jeder weiß genau wie er zu fahren hat, dass sie einfach aneinander vorbeikommen. Vielleicht entwickeln wir ja sowas wie ein Gefühl dafür. Momentan trauen wir uns nicht mal zu Fuß da rein ;)

Nach einem kurzen frischmachen (und dem halben Verfassen dieses Textes) gehen wir noch mal auf die Straße und suchen was zu essen. Der einzige Laden den wir finden ist kurz vorm Königspalast, ein „Europäisches Restaurant“. Wir bestellen grünes Thaicurry mit Lamm und sind froh, dass unsere Zungen nicht ganz verbrannt sind, so scharf war das. Aber – trotzdem sehr lecker! Micha bekommt sein erstes Myanmar-Bier und wir können nun endlich nach Hause gehen und uns vom Tag erholen.

Mal sehen, was wir morgen sehen.

Anbei die Eindrücke vom Tag :)

P.S.: Ja Mama, wir sind gut angekommen ;)

~ Jule ~

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So’n Touri-Ding

Gestern wollten wir mal was von der Stadt sehen. Mal so’n Touri-Ding machen, damit wir nachher sagen können „Ja klar, da waren wir auch. Und wir waren natürlich auch in der Straße durch die Leonardo DiCaprio gelaufen ist. Ja genau, in the Beach.“

Also nahmen wir ein Boot Richtung großer Palast und genossen die schnelle und kurze Fahrt auf dem Chao Phraya. Fahrtwind und aufspritzendes Wasser waren ein Hochgenuss, ganz egal, wie der Fluß aussieht…

Angekommen ging es durch eine kleine Anlegestelle mit vielen kleinen Ständen, vorbei an unglaublich heißen Garküchen zu weiteren kleinen Läden. Schließlich nahmen wir ein Tuk-Tuk für eine kleine Tour. Natürlich wollte der Fahrer, dass wir in einigen Shops einkaufen, aber er hat es mit Fassung genommen, dass wir kaufunwillig blieben.

Besucht haben wir einen kleinen Tempel der gerade restauriert wurde, den Golden Mountain (sehr viele Stufen, sehr anstrengend, aber wunderbare Aussicht :) ) und schließlich den liegenden Buddha in Wat Pho.

Abschließend wollten wir vor Einbruch der Dunkelheit noch einmal die berühmte Khao San Road entlangspazieren. Gelandet sind wir in einem gemütlichen kleinen Restaurant in einer Parallelstraße und hatten unglaublich köstliches und zum Glück nicht scharfes thailändisches Abendessen abseits vom Troubel.

Mit dem Tuk-Tuk ging es zurück zum Hostel. Ans Tuk-Tuk fahren kann ich mich gewöhnen, nichts ist schöner als die Füße zu schonen und den Fahrtwind um die Nase zu spüren :)

Später sind wir nochmal in unserem Viertel auf Suche nach Essen unterwegs gewesen, da Micha schon wieder der Hunger plagte. Und obwohl ich auf dem Rückweg so unglaublich müde war, hatten wir beide tierische Probleme einzuschlafen. Bis vier Uhr haben wir wach gelegen. Böser Jetlag, vergehe!

Wer spät schlafen geht, schläft natürlich auch lange. Heute morgen war es 14 Uhr, als wir endlich das Hostel verlassen haben. Denn ohne Dusche am Morgen ist an den Tag nicht zu denken. Auch wenn man direkt danach schon wieder klebt, klebt es sich doch ein wenig frischer.

Heute stand Shopping auf dem Programm. Gern hätten wir auch mehr unternommen, aber seit dem ersten Tag habe ich schlimme Blasen an den Füßen und die werden auch nicht besser. Daher haben wir uns auf eine „kurze“ Route geeinigt. Auf der Karte sah das ja auch ganz nah dabei aus. Strecken dehnen sich bei Hitze wohl aus. Natürlich hätte es auch sinnvoll sein können, nicht in der Mittagshitze zum Shoppingcenter zu laufen.

Im Shopping-Viertel wird Bangkok schon viel hektischer. Der Verkehr ist unglaublich dicht und viel mehr Leute unterwegs. Auch wenn ich mich ehrlich gesagt auf noch mehr Menschen eingestellt habe, da alle Berichte lauteten, Bangkok sei unglaublich voll. Vielleicht liegt es daran, dass gerade nicht Hauptsaison ist.

Zuerst haben wir uns das Central World angesehen. Im Internet sahen die Innenansicht sehr spannend aus, was leider nicht ganz der Realität entsprach. Insgesamt, wenn man sich die Menschen wegdenkt, war es wie in einem Shoppingcenter in Berlin. Im Winter. Die üblichen Verdächtigen an Läden und genauso kalt. Vielleicht ein bisschen größer. Ich habe mir eine neue Hose bei H&M gegönnt. Die Preise sind übrigens identisch, die Kollektion auch, die Ineneinrichtung sowieso. Sollte man Heimweh bekommen, kann man einfach eine Filiale aufsuchen und sich zuhause fühlen ;)

Nach einem guten aber diesmal auch gut scharfem Curry-Mittagessen, bzw. Frühstück, weil es war ja das erste Essen des Tages ging es weiter zum Pantip Plaza, Technik shoppen. Dieser riesige Kasten bietet alles an Technik, was man sich wünschen kann. Viel Spielzeug für Jungs, Originale und billige Kopien – meistens nicht voneinander zu unterscheiden. Micha hat bei einem Reisestativ und einem neuen Case für seine GoPro zugeschlagen, ich habe nur gestaunt und mich verlaufen. Kurz habe ich mit dem neuen MacBook geliebäugelt dass hier sage und schreibe 800€ günstiger ist! Fast hätten wir dort auch übernachten müssen, da wir beinahe den Ausweg nicht gefunden hätten.

Shopping macht müde, daher wollten wir mit dem Tuk-Tuk zum Hostel fahren. Wollten deshalb, da der Tuk-Tuk-Fahrer uns viel zu früh rausgeworfen hat, weil er wohl keine Ahnung hatte, wo wir wirklich hinmussten. Meine Füße sagen Danke.

Nun werden wir den Abend damit verbringen zu recherchieren, wie wir morgen zum Flughafen kommen, denn morgen, ja morgen, da geht es weiter und zwar nach Myanmar. Auf zu noch höheren Temperaturen und neuen Abenteuern! :) Einen kleinen Vorgeschmack in Sachen nicht funktionierendes Internet bekommen wir jetzt schon, da wir schon nicht mehr rein kommen. Das könnte in Myanmar auch so sein, daher sage ich an dieser Stelle mal

Bis bald – wann auch immer das sein wird.

PS + Nachtrag: Die erste Magenverstimmung geht an Micha.

@Papa: Keine Sorge, wir leben bestimmt trotzdem noch, auch wenn es kein Lebenszeichen geben wird ;)

Anbei ein paar Eindrücke von unserer Touri-Tour:

~ Jule ~

Früh morgens…

… liege ich wach und kann nicht schlafen, und das nun seit geschlagenen 4 Stunden. Hier ist es mittlerweile fast 8 Uhr, also eine durchaus angemessene Zeit auf zu sein. Draußen ist es hell, laut, warm und feucht.

Nachdem wir gestern unser Zimmer beziehen konnten, ein süßes kleines mit zwei Doppelstockbetten, haben wir uns erstmal eingerichtet und dann einfach mal schlafen gelegt. Gegen 20 Uhr war das nötigste an Schlaf nachgeholt und wir sind aufgebrochen zu unserem ersten längeren Spaziergang durch Bangkok.

Ein seltsames Gefühl bei Dunkelheit und 28° durch die Großstadt zu laufen. 28° und schwüle Luft bedeuten bei uns zuhause stets Sonnenschein.

Es ging vorbei an der deutschen Botschaft (Papa, Du kannst beruhigt sein, Hilfe ist im Notfall nur einen Steinwurf entfernt ;) ), durch viele schmale und auch breite Gassen, über den Patpong Night Market und dann über Umwegen zum Chao Phraya-Fluss. Dort ist auch das angehängte Foto entstanden. Der Mond hängt hier irgendwie verkehrt herum…

Vom Chao Phraya ging es durch wie ausgestorben wirkende Straßen auf Umwegen nach China Town, wo wir an einem Straßenstand unser erstes Curry probiert haben mit Honigmelonen-Smoothie zum Nachtisch. (Jetzt kann ich sagen: War gar nicht so schlimm, dem Bauch geht es auch gut ;) )

Nach vier Stunden zu Fuß haben wir uns für den Rückweg ein Tuktuk geleistet, was anfangs gar nicht so einfach war wie gedacht, da trotz Karte keiner der Fahrer wusste, wo unser Hostel liegt. Der Fahrtwind brachte eine angenehme Abkühlung und zwang einen dann und wann die Augen zu schließen – was wahrscheinlich auch ganz vernünftig war, bei der rasanten Fahrt. Ob für Tuktuks andere Verkehrsregeln herrschen als für alle anderen?

Wieder im Hostel bin ich direkt wieder ins Bett gefallen und eingeschlafen. Hat nur nicht lange angehalten – schade. Langsam wird Micha wach und der neue Tag kann beginnen.

 

~ Jule ~

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Byebye… 

   
… Germany!

Kaum zu glauben, aber wahr: es geht endlich los! 

An alle, die ich nicht mehr gesprochen habe: Wir sehen uns im Juli und ich freu mich drauf :)

Der nächste Post folgt dann von weit weit weg.

PS: Danke Thomas für den spontanen ;) Besuch am Flughafen und das farblich angepasste Outfit 😘

  
~ Jule ~ 

Ich packe…

Ichpacke2.jpg

… meinen Rucksack und nehme mit…

Nach gefühlten 100mal Probepacken wird es nun ernst. Ich glaube, nun habe ich auch langsam alles zusammen… und was jetzt noch fehlt kommt halt nicht mit.

Überraschender Zwischenstand: Ganz frauenuntypisch ist a) der Rucksack noch nicht ganz voll und b) fällt der Klamottenanteil echt klein aus… trotzdem wiegt er viel zu viel. Aber das MUSS WIRKLICH ALLES mit! ;)

Noch hält sich die Nervosität in Grenzen, auch wenn es schon in unglaublichen zwei Tagen los geht. Wo ist die ganze Zeit geblieben?

~ Jule ~

Leise…

… rieselt der Schnee und ich gehe zum vorletzten Mal zur Arbeit. Wer hätte gedacht, dass so kurz vor der Abreise noch einmal vorweihnachtliche Stimmung aufkommt? Das skurrile an der Sache ist das Wissen, jetzt durch knirschenden Schnee zu laufen und in nicht mal drei Wochen bei 34° – laut Wetterapp – durch Bangkok zu schlendern.

Skurril fühlt es sich auch an zu überlegen, was ich heute alles zum letzten Mal machen werde. Das letzte Mal beim Penny gegenüber einkaufen, die letzten Newsletter-Entwürfe machen, zum letzten Mal mit dem Firmenschlüssel nach Hause gehen. Die Nervosität und die Neugier auf das Unbekannte sind zwar schon seit einiger Zeit mein steter, treuer und zuverlässiger Begleiter, aber nun wird es langsam wirklich konkret und ich wirklich aufgeregt.
Trotzdem heißt es, noch ein vorletztes Mal zusammenreißen, fleißig sein, hoffen, dass die Heizungsanlage durchhält und sich durch das Chaos kämpfen.

Während draußen der Schnee schmilzt.

~ Jule ~

Aller Anfang…

… beginnt mit einem Abschied.

Lange habe ich überlegt, wie ich hier starte. Was wird der erste Beitrag sein? Was werde ich sagen? Hab ich überhaupt so viel zu erzählen?

Zum Glück wurde mir das gestern leicht gemacht. In meiner Nochfirma habe ich mit meinen Nochkollegen ein kleines Abschiedsfrühstück veranstaltet (nicht zu vergessen, es war natürlich auch das Einstandsfrühstück meiner lieben neuen Nochkollegin Silke :) ). Ich wollte ja eigentlich gar nichts machen, weil ich gar nicht gut im Abschiednehmen bin. Aber ich hatte das Gefühl, dass das diesmal richtig wäre, denn der Hauptgrund, warum ich so lange in dieser Firma war, ist ganz klar das wunderbare Team. Und dieses wunderbare Team hat sich viele wundervolle Gedanken gemacht und mir zum Abschied ein Survival-Kit zusammengestellt mit praktischen und schönen und lustigen Dingen für meine Reise, worüber ich mich unglaublich freue. Also an dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an euch alle, ihr macht es mir wirklich schwer zu gehen ;)

Und daher widme ich meinen ersten Beitrag euch. Vielen Dank für die schöne Zeit (an alle, die ich nicht mehr sehe) und eine schöne letzte Woche (an alle anderen).

~ Jule ~