Ó-la-la

…Paris!

Seit ein paar Jahren gibt es zwischen mir und meiner Mutter eine schöne Tradition: Wir verreisen an unseren Geburtstagen zusammen. Schön, weil man Zeit miteinander verbringt und schön, weil man ein bisschen was neues von der Welt sieht.

Nun ergab es sich, dass Mutti nach der letzten Reise zu ihrem Geburtstag zwar von Rom wirklich und unglaublich begeistert war, aber eine Tatsache diesen Eindruck ein klitzekleinesbisschen trübte, möglicherweise. Denn wir besuchten dort die Katakomben und sie musste enttäuscht erfahren, dass es dort gar keine Knochen zu sehen gibt. Sind zerfallen. Hätte man wissen können. Diese Katakomben sind ja schon ein bisschen alt.

Also habe ich für dieses Jahr kurzerhand entschieden, dass Mutti ihre toten Menschen sehen sollte. Und wo kann man das besser als… in Paris?! – Genau, ich weiß es auch nicht.

Ja, man mag an dieser Stelle sagen – was, schon wieder unterwegs? Ja! Man könnte es ein Jet-Set-Leben nennen, mit einem Augenzwinkern. Denn es geht am Samstag von Berlin nach Düsseldorf, auf den Geburtstag meines Cousins und dann am Sonntag von Düsseldorf nach Paris. (Berlin Tegel hinkt im direkten Vergleich nicht nur meilenweit hinterher…) Vom Flughafen mit dem Zug und der Metro ab in unsere Ferienwohnung nahe des Sacre-Coeurs. Eine meiner Lieblingssehenswürdigkeiten in dieser wunderschönen Stadt!

Die Wohnung auf dem Boulevard Barbès liegt im Erdgeschoss, ist für Pariser Verhältnisse fast schon groß und zauberhaft eingerichtet. Der Bruder der Vermieterin ist sehr nett, vergisst allerdings uns zu zeigen, wie wir die beiden Haustüren von innen öffnen. Als wir zum Einkaufen raus wollen, stehen wir vor einem riesigen Problem. Zum Glück kommt ein junger Nachbar und rettet uns.

Vor der Haustür haben wir Zugang zu zwei verschiedenen Metro-Linien, die dafür Sorge tragen, dass wir jeden wichtigen Punkt in der Stadt schnell erreichen können. Zwar hat nur ein einziger Supermarkt in der Nähe am Sonntag geöffnet, aber wir bekommen alles, um unser traditionelles erste-Abend-Essen kochen zu können: Spagetthi und Tomatensoße. (Vor kurzem hat mich jemand angesprochen, warum ich nicht davon berichte, was es Vorort zu Essen gibt… nun… in Paris gab es für mich Spagetthi oder Kartoffeln und ab und zu ein bisschen angebratenes Hähnchen und jeden Abend Salat. Weil Mutti schon ganz gut kochen kann und das Essen in Paris einfach zu teuer ist ;) Ansonsten gibt es ganz viel Käse und Baguette und dazu Wein – weiß doch jeder ;) ) Den ersten Abend verbringen wir nach unserem Spaziergang ruhig, mit einrichten und einer Folge Barnaby.

Der Montag beginnt mit einer Schnitzeljagd. Denn Mutti hat Geburtstag und wie jedes Jahr wünscht sie sich „Nichts“ und ich beschränke mich auf ein einziges Geschenk, das auf ihrem Geburtstagstisch neben dem Plakat mit der großen Zahl steht. Im Geschenk sind 12 Hinweise versteckt, wo diverse Geschenke innerhalb der Wohnung (in der Waschmaschine, im Gefrierschrank oder in der Bademanteltasche) versteckt sind. Nach einer gewissen Aufwärmphase findet sie großen Gefallen daran und ich schätze, ich darf mir diese Mühe nun öfter machen.

Reich beschenkt und nach einem gemütlichen Frühstück brechen wir auf, zum Sacre Coeur, durch das Künstlerviertel und schließlich zu einem Trödelmarkt zwei Stationen von unserer Wohnung entfernt. An dieser Stelle darf ich nicht vergessen, Muttis neuen Filzhut zu erwähnen. Nachdem ich ihr Jahrelang in den Ohren lag, ebendiese mit einem Hut oder einer Mütze im Winter zu schützen, hat sie endlich meinem Rat vertraut und setzt den ganzen Urlaub ihren neuen Hut nicht mehr ab. Hält sogar die Haare in Schach, wenn man Selfis machen möchte – eine Form des Fotos die Mutti neu für sich entdeckt hat und nun ständig machen muss.

Nach dem Markt sind wir ziemlich geschafft, auf dem Weg nach Hause gehen wir noch zu Lidl (natürlich…) und zu Super-U, wo ich das beste Olivenöl ever finde. Nach einem frühen Abendessen machen wir Pause, dann fahren wir noch zu Notre Dame und spazieren ein wenig in der Gegend umher. Ich schätze, Mutti hat ihr Geburtstag sehr gut gefallen.

Für den Dienstag hatte ich den Katakombenbesuch geplant. Wie heißt es so schön, der Mensch plant und Gott lacht. Denn als wir davor stehen, hängt da ein kleiner Zettel mit dem Hinweis „heute geschlossen“. Zum Glück ist der Kundenservice von Get Your Guide sehr hilfsbereit und erstattet mir die volle Summe zurück. War ja alles schon bezahlt.

Stattdessen entscheiden wir, zum Eiffelturm zu laufen. Ist nur ein kleines bisschen weit. Unterwegs kommen wir am Pantheon vorbei (Eintritt ist uns zu teuer), gehen durch den Jardin du Luxembourg, lernen, dass die öffentlichen Toiletten von Paris zwar recht lange brauchen dann aber sehr sauber sind und kommen dann schließlich am Park vor dem Eiffelturm an. Ein paar Fotos, dann entscheiden wir beide, dass wir nun doch zu müde sind und lieber die Füße hochlegen wollen – und was essen. Mutti kocht so gut, dass sie den Feuermelder auslöst und einen Herzstecker kriegt. Ich schätze, das Telefon klingelt, weil ein Nachbar sich Sorgen macht. Aber: Wir haben alles im Griff!

Spontan entscheide ich am Mittwoch, dass wir den Katakomben noch eine Chance geben sollten. Diesmal sind sie geöffnet und der Preis vor Ort ist auch um einiges geringer. Im Februar scheinen sie nicht so gut besucht zu sein, denn von erlaubten 200 Besuchern sind nur 73 in den Gängen. Wir starten mit einem langen Abstieg und ich sage Mutti mit Absicht erst später dass wir a) sehr tief waren und b) sowas ja auch mal einstürzen kann. Zunächst folgt man einem langen, schmalen Gang. Ab und an gibt es Ausbuchtungen mit Texttafeln zur Geschichte. Leider nur auf Französisch und Englisch – Mutti ist von meinen miesen Übersetzungsversuchen so schnell gelangweilt, dass wir dann doch ohne Infos weitergehen. Nach einem kleinen Hinweis „Stopp! Hier beginnt der Tempel der Toten“ erblicken wir dann die ersten Knochen(berge). Ein klein wenig mulmig wird einem schon, die langen Gänge mit aufgebarten Knochen und Schädeln entlangzugehen. Aber genauso faszinierend ist es auch! Meine Fotos mache ich mit gemischten Gefühlen, man möchte die Toten ja schon respektieren, zum anderen ist es eine unglaubliche Gelegenheit. Mit Müh und Not kann ich Mutti auch davon abhalten, alles anzufassen. Es fällt ihr sichtlich schwer.

Nach dem eindrücklichen Besuch in den Katakomben fahren wir zur Wohnung zurück, es gibt Mittagessen und ein bisschen entspannen. Gegen Abend zieht es uns wieder richtung Sacre Coeur, unterwegs halten wir in einem süßen kleinen Schmuckladen. Schon beim ersten Spaziergang in der Gegend ist mir dieser aufgefallen, leider war er da geschlossen. Ich bekommen zwei neue Ringe und ein Paar Ohrringe und bin begeistert. Schließlich erklimmen wir die Treppe zum Sacre Coeur. Mutti besteht darauf, da sie in einem Reiseführer davon gelesen hat und die Treppe unbedingt schaffen will. Ich mache unterwegs ein paar Fotos, damit sie immer mal wieder verschnaufen kann (und ich auch). Oben angekommen werden wir vom Regen überrascht. Dennoch schlendern wir weiter, kaufen noch ein paar Mützen und ich mir einen Schal. Und überall mache ich Fotos von den schönen Kopfsteinpflasterstraßen im Regen, eines meiner liebsten Parismotive. Hoffentlich wird meine Jacke bis morgen wieder trocken!

Am letzten Tag fahren wir wieder zum Eiffelturm und zicken uns ein bisschen an. Auch das gehört zu einer Reise dazu. Wir spazieren noch bis zum Arc de Triumpf und ein Stück Richtung Louvre. Mutti hat Schmerzen in der Schulter und möchte lieber entspannen und auch mir ist es dort etwas zu voll. Wir fahren also Richtung zuhause zurück und gehen noch einmal zu Super-U, denn ich hätte gern Olivenöl für zuhause und Mutti braucht noch eine Erinnerungstasse. Und wie es so kommt, macht sie im Laden gleich noch eine kaputt.

Später fahren wir noch zur kupferfarbenen Metrostation Arts et Métiers, denn die wollten wir unbedingt sehen und spazieren von dort – erneut durch den Regen noch zu Flying Tiger, denn wie könnten wir einen Urlaub verbringen, ohne einen dieser Läden aufzusuchen! Den restlichen Abend verbringen wir mit packen und gehen recht früh schlafen. Denn schon am nächsten Morgen ist unser wunderbarer kleiner Paristripp vorbei und wir fliegen zurück nach Düsseldorf, besuchen meine Tante und am Samstag Vormittag geht es für mich zurück nach Berlin.

Kalt aber wundervoll, so ist Paris im Februar.

~ Jule ~

Träume…

… muss man manchmal einfach wahr werden lassen. Und am besten funktioniert das Hals über Kopf spontan.

Manchmal gerät das Leben ein bisschen aus den Fugen und man muss mit der Faust auf den Tisch hauen, Ordnung machen und Entscheidungen treffen. Manchmal weiß man auch nicht, ob diese Entscheidungen die richtigen sind, aber sie sind nun getroffen und für so viel Mut muss man sich belohnen und vielleicht noch einmal etwas verrücktes machen bevor es losgeht.

Und so brachte mich Google auf der Suche nach einer spontanen Reise möglichst-weit-weg zu Peter Fischer und einer Fotoreise nach Island. Spontan heißt, ich schickte am 27.12. eine Anfrage, ob noch ein Platz frei sei – ein wenig in der Hoffnung eine negative Antwort zu bekommen um dann nicht weiter darüber nachdenken zu müssen, ob ich mir den Spaß überhaupt leisten kann. Natürlich wurde diese Hoffnung nicht erfüllt, also sagte ich am 30.12. zu und nun lieg ich hier auf meinem Bett in einem kleinen, lauschigen Hotel in Grundarfjördur und schreibe diese Zeilen.

Anreise ist am 12.01. mit einem wundervollen lilafarbenen Flugzeug von WOW air. Das der Flughafen Schönefeld zunehmend eine Zumutung ist, muss ich an dieser Stelle wahrscheinlich nicht erwähnen – tue es aber trotzdem. Vom Flughafen Reykjavik gehts mit dem Flybus zum Hotel. Ich bin der letzte Fahrgast und der Busfahrer gönnt mir eine „extra Sightseeing-Tour“ und bringt mich direkt bis vor die Tür, auch wenn ich die letzten 300 Meter auch hätte laufen können.

Um 18:30 treffe ich die Reisegruppe: Peter, Wojciech, Rudolf, Sonja und Cornelia. Wir machen uns bekannt, sprechen über den Verlauf der Reise und gehen schließlich ums Eck (wortwörtlich: aus der Hoteltür raus und zwei Meter nach links ins Restaurant) Pizza essen.

Am Sonntag geht es dann richtig los. Um 10 Uhr checken wir aus, verstauen unser Gepäck im 7-Mann-Bus und fahren Richtung Grundarfjördur. Unterwegs machen wir Stopp an zwei Tankstellen, einem Restaurant im Nirgendwo, wo es super gute Gemüsesuppe gibt und bei den ersten Foto-Spotts: Landschaft, Islandpferde und Wasserfall. Die Pferde sind zutraulich und neugierig und halten mich für was zu Essen, denn sie knabbern mit vorliebe an meiner Jacke (vielen Dank an Cornelia für das schöne Foto mit meinem neuen Freund).

Das Hotel haben wir für uns ganz allein, nicht einmal der Besitzer ist da – die Schlüssel haben wir am Abend zuvor in Reykjavik übergeben bekommen. Wir beziehen unsere Zimmer, gehen zu Abend essen und machen uns dann gegen halb 10 auf zu unserem Berg – Polarlichter fotografieren. Die lassen eine ganze Weile auf sich warten und verstecken sich hinter den Wolken. Als wir schon aufgegeben haben und vom Wasserfall hinunter zum Auto maschiert sind, checkt Peter noch einmal den Himmel und schickt uns wieder zurück. Die Anstrengung den Hügel hinauf bringt die nötige Wärme und wir harren noch bis ca. 1 Uhr aus und werden fürstlich entlohnt: Meine ersten Polarlichtfotos, ein Traum wird wahr.

~ Jule ~

Neues Jahr… neue Ziele…

… oder wie heißt das so schön?
Mein erster kleiner Trip dieses Jahr führt mich auf eine kleine Geburtstagsreise mit meiner herzallerliebsten Mutti zu meiner Freundin und ehemaligen Arbeitskollegin Victoria nach Málaga. Positiv gerechnet, dank ultragünstiger Reisezeiten (zu ultragünstigen Preisen – EasyJet sei dank!) erleben wir fünf wunderschöne Tage und drei Nächte fernab vom eisigkalten Berlin. Wo gerade noch Schnee lag, begrüßen uns nun Sonne, Palmen und Meer.

Ich weiß gar nicht, warum ich nicht schon viel eher auf die Idee gekommen bin, nach Málaga zu reisen. Spanien gehört schon seit langem zu meinem liebsten Lieblingsreiseland, ob Madrid, Barcelona (bis rauf nach Tossa de Mar) oder Cadiz.

Während Victoria die ersten beiden Tage noch arbeiten muss, beginnen wir die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Wahrscheinlich haben wir alle Punkte von meiner dürftig zusammengestellten Liste (auf Wunsch meiner Mutti, die sich dann später nicht mehr wirklich dran halten will…) gesehen, wenn auch nur im Vorübergehen. Besonders beeindruckend war die große Kathedrale und die Markthalle. Ein Spaziergang zum Hafen, die Hafenpromenade Muelle Uno entlang, Erdbeeren am Strand zum Mittagessen. Abends treffen wir uns mit Victoria zu Pasta und Lasagne in der Einkaufsstraße, über der im riesigen Bogen Lichterketten mit Sternen und Masken für Karneval angebracht sind.

Samstags geht es früh los – eine kleine Geburtstagsüberraschung für Mutti – mit dem Mietwagen nach Granada in die Alhambra. Ganz so groß ist die Überraschung natürlich nicht, da nur Mutti Auto fahren kann und selber fahren muss. Dem iPhone sei Dank, finden wir nach einer ausgiebigen Frühstückspause den Weg auf Umwegen zu der altehrwürdigen Burgstadt auf dem Sabikah-Hügel von Granada. Natürlich viel zu spät. Die auf den Tickets aufgedruckte Zeit für die Naṣridenpaläste (12 Uhr) haben wir bereits weit überschritten, als wir parken. Zuerst besichtigen wir in aller Seelenruhe den Palast von Karl V., bis uns auffällt, dass vor den Nasridenpalästen eine elendig lange Schlange steht und wartet. Unsere spanischsprechende Geheimwaffe Victoria klärt den Sachverhalt am Eingang und kann bewirken, dass wir uns an der Schlange vorbeischlängeln und ohne Warten direkt rein können. Geheimtipp für alle künftigen Besucher: Zuspätkommen zahlt sich hier aus! ;)
Trotz vieler Menschen und Bauarbeiten ist der Palast umwerfend. Ich komme aus dem Fotografieren gar nicht mehr heraus!
Schließlich machen wir eine kleine Pause, in der wir die ganzen Palastkatzen beobachten und streicheln, dann geht es noch einmal in die Alcazaba (Festung oder Zitadelle) rauf, trotz Höhenangst die unglaubliche Aussicht genießen. Auf den letzten Wachturm schaffe ich es allerdings nicht – der ist mir zu hoch und der Akku meiner Kamera ist leer.

Mit dem Auto fahren wir in die Innenstadt, auf der verzweifelten Suche nach einem Parkplatz. Wir verirren uns in der Fußgängerzone, das Handy-Navi gibt auf und meine Mutter erleidet beinahe einen Nervenzusammenbruch. Als wir uns endlich befreien können und einen Parkplatz finden, ist es leider zu spät für Mittagessen – alle Restaurants sind geschlossen. Wir fliehen in einen Super Sol, kaufen mehr Süßkram als wir tragen können und fallen im Auto darüber her. Schließlich entschließen wir uns, nach Málaga zurückzukehren und dort zu Abend zu essen. Es gibt Tapas – allerdings ist der große Hunger nun Vergangenheit und wir müssen die riesigen Portionen mitnehmen um sie später zu essen.

Eigentlich wollen wir am Sonntag morgen früh aufstehen und das Auto pünktlich um 9 bei Sixt wieder abgeben. Als wir gerade den Berg hinuntergefahren sind und an einer Ampel stehen, kommt Mutti auf die spontane Idee, das Auto noch einen weiteren Tag zu behalten und nach Cadiz zu fahren. Victoria und ich sind kurz etwas überrumpelt, dann ruft sie bei der Hotline an und verlängert den Mietvertrag bis Montags abends um 18 Uhr – dann können wir das Auto auch direkt am Flughafen abgeben. Passé sind die Pläne, den botanischen Garten und das Alcazaba von Málaga zu besichtigen. Aus Cadiz wird schnell das Küstendorf Nerja, welches Victoria uns sehr empfehlen kann. Nerja liegt an der Grenze zu Granada und besticht mit wunderschönen weißen Häusern und einer wundervollen Aussicht. Es ist ein kleines Musikfestival im vollen Gange, als wir die Terrasse erreichen. Nach einem Kaffee schlendern wir hinunter zum kleinen Strand. Während Mutti sich zwischen den großen Felsbrocken zum schlafen in den Kies legt, wollen Victoria und ich noch ein Stück weiter gehen. Trotz hochgekrempelter Hose und Leggins, werden wir von so manch einer Welle erwischt, während wir um die Felsen herumlaufen.
Nach einer Pause am Strand, in der Sonne – zum trocknen, gehen wir wieder ins Dorf und suchen uns ein kleines Lokal um zu Mittag zu Essen. Es gibt kleine Portionen von Muscheln, Fisch, Hähnchen-Kroketten und Bohnen mit Speck. Und weil Frauen so gerne Shoppen, kaufen wir uns ein paar wunderschöne Schals und Tee und ein neues Kleid von desigual.
Zu Abend essen wir diesmal zuhause, es gibt Brot mit Olivenöl und Tomaten und Käse.

Montags stehen wir wieder früh auf. Es wird gepackt und ein bisschen aufgeräumt und es gibt Pancakes zum Frühstück – super lecker! Ein letztes Mal gehen wir aus dem Haus, sagen Monty Lebewohl und fahren nach Torremolinos. Laut Victoria ist dies ein Dorf, aber für uns ist das eher eine richtige Stadt. Heute kommt so richtig die Sonne raus – wir liegen am Strand und es fühlt sich an wie Sommer. Auch wenn das Wasser noch richtig kalt ist, ein Spaziergang darin tut sehr gut. Mittags gibt es wieder Lasagne, Gnocchis und Salat – scheinbar besteht der ganze Urlaub nur aus Essen und Fotos machen ;) Noch ein kleiner Abstecher in die Einkaufsstraße – viel zu viele Stufen und Treppen rauf – ein paar Klamotten gekauft, und schon stehen wir schon wieder am Auto und treten die Fahrt zum Flughafen an.

Gegen 23:15 landen wir in Berlin, der Trip war wunderschön und viel zu kurz. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen!

Goodbye Asia

Für mich geht heute diese Reise zu Ende.

Das ist eine Entscheidung, die ich mir nicht leicht gemacht habe, aber über die ich froh bin, sie getroffen zu haben.

Ich hab auf dieser Reise – sei sie nun kürzer als erwartet – einiges gelernt, auch über mich. Es gibt zum Beispiel Menschen, die rauchen, welche, die Alkohol trinken, viel Arbeiten, wenig Arbeiten, reisen und reisen und reisen, und dann gibt es welche, die merken, dass zwar ihr Leben und ihr Zuhause ziemlich prima ohne sie auskommen – aber sie nicht ohne ihr Leben und ihr Zuhause und ihre Freunde. Ich gehöre zu der letzteren Art von Menschen. Und das ist auch gut so. Auch komme ich mit der drückenden Hitze nicht immer so supergut aus.

Trotzdem, ich bin ziemlich überwältigt von all den Dingen, die ich gesehen habe, den vielen Eindrücken die ich sammeln konnte und ich weiß, dies wird nicht meine letzte Reise gewesen sein. Und ich freue mich schon auf die Nächste.

Auch habe ich Myanmar sehr in mein Herz geschlossen. Vor allem die Menschen dort. Ich hoffe, mir ein bisschen von dem Umgang den man da pflegt mit nach Hause nehmen zu können.
Ich habe auch gelernt, dass man von einer Stunde am Stück lächeln Muskelkater bekommen kann. Wahrscheinlich geht das weg, wenn man es nur oft genug übt. Außerdem bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass wir Sylvester abschaffen und dafür das Wasserfestival für Mitte Juli importieren sollten. Das macht viel mehr Spaß!

Erstaunlich wenige Dinge sind in Norfolk gelandet (An all jene unter euch, die nicht wissen was das bedeutet: Ihr lest definitiv zu wenig gute Bücher! Nachzuschlagen in „Alles was wir geben mussten“ von Kazuo Ishiguro – und nein, den Film zu sehen zählt nicht…) : lediglich meine Sonnenbrille, die Powerbank und das Kindle-Ladekabel. Könnte schlimmer sein. Ich nehme definitiv mehr mit als ich verloren habe.

An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich fürs Lesen, Kommentieren und Liken. Ich habe mich stets sehr über Feedback gefreut :)
Auch wenn jetzt hier nun etwas Stille einkehren wird, hoffe ich bald von neuen Abenteuern berichten zu können und vielleicht seid ihr ja wieder mit dabei.

~ Jule ~

Grenzen übertreten

Am Donnerstag morgen ging es ganz früh los. Da es keine Bustickets nach Myawaddy zu kaufen gab, sollten wir um 5:30 an der Bushaltestelle warten, da käme dann ein Bus und da in Hpa-an immer ganz viele aussteigen sollte dann auch Platz darin sein.
Der Wecker ging um 4:30, da ich noch packen musste. Schließlich waren die Klamotten am Vorabend noch so nass gewesen, dass das Abends unmöglich war, außer man steht auf Schimmel.

Pünktlich um 5:30 sind wir an der Kreuzung an der irgendwo die Bushaltestelle sein soll. So genau kann man das nicht sagen, die sind nicht markiert, bzw. nicht für uns leserlich. Wir gehen mit Sack und Pack also ein paar Mal hin und her, bis der Busticketshop aufmacht und die gute Dame uns sagt, wir könnten dort warten. Also wird gewartet.
Irgendwann ruft sie irgendwo an und sagt uns dann, der Bus würde heute leider doch nicht hier halten und wir sollen woanders hingehen. Leider verstehen wir ihre Wegbeschreibung nicht und sie kann nicht viel mit unserer Karte anfangen. Plötzlich und für mich unerklärlich sitzen wir dann in einem Auto und uns wird gesagt, wir sollen bitte noch warten. Ich denke zunächst, der fährt uns zur Bushaltestelle, aber er fährt uns tatsächlich bis Myawaddy bis direkt vor den Grenzübergang. Uns und fünf weitere Leute, einer davon Mönch und drei Jugendliche die neben unserem Gepäck im Kofferraum Platz finden. Zugemacht wird der Kofferraum nur, wenn wir wieder an großen Wasserschlachten vorbeikommen, damit das Auto nicht vollläuft.

An der Thailändisch-Myanmarischen Freundschaftsbrücke in Myawaddy halten wir, von dort müssen wir laufen. Für die Fahrt nimmt der Fahrer unser letztes Geld, das ist ok, wir hätten für den Bus zwar etwas weniger bezahlt, aber man möchte nicht kleinlich sein. Außerdem ist es weniger, als er eigentlich verlangt, aber als wir ihm sagen, das ist das letzte was wir haben, ist das für ihn auch ok.
Zu Fuß geht es zur Passkontrolle, aufstempeln, dann über die Brücke. Damit habe ich meinen Rucksack immerhin von einem Land in das nächste getragen und das war schon etwas anstrengend ;) Auf thailändischer Seite dürfen wir wieder einen Fragebogen ausfüllen und können weitergehen.
Direkt hinter der Kontrolle gibt es ein Café, und einen Kaffee haben wir uns nun wirklich verdient. Oder eine Eisschokolade.
Auf der Suche nach einem Taxi werden wir von einer Tuktuk-Fahrerin angesprochen, für umgerechnet 50 Cent nimmt sie uns mit. Das Tuktuk ist gefühlt schon voll, aber Platz für ein paar Leute mehr oder weniger ist ja immer. Dies ist unsere letzte gemeinsame Fahrt, Micha möchte zum Busbahnhof und weiter nach Chiang Mai, für mich geht es zum Flughafen und weiter nach Bangkok.
Nach gefühlten 5 Minuten Fahrt wirft man mich raus, und zeigt auf den Flughafen. Der liegt ein kleines Stückchen entfernt und ich darf meinen schweren Rucksack allein dorthin tragen. Sobald ich es über die Straße schaffe.

Der Flughafen von Mae Sot ist wirklich niedlich. Zwar steht in der Flugbestätigungsmail ganz dick der Hinweis, dass der Flug nun ab Terminal 2 geht… Terminal 1 scheint aber auch gar nicht zu existieren. Zunächst setze ich mich draußen in den Schatten um kurz zu verschnaufen, dann entscheide ich, drinnen ein kühles Plätzchen zu finden, schließlich muss ich ca. 5 Stunden auf meinen Flug warten. Da nicht klar war, ob und wann wir den Bus nach Myawaddy bekommen, sind wir extra früh aufgebrochen, damit ich den Flug auch wirklich erwische. Das habe ich jetzt davon.
Beim Betreten des Flughafengebäudes werden meine Taschen durchleuchtet. Im Laufe der nächsten Stunden wiederholen wir diese Prozedur zwei Mal, jedes Mal zuckt die gute Frau von der Kontrolle mit den Schultern, es ist halt Vorschrift.
Drinnen ist es schön kühl und ich vertreibe mir etwas Zeit mit schreiben und lesen (der letzte Blogbeitrag ist dort entstanden) und warte darauf, dass einer der beiden Check-In-Schalter öffnet. An diesem Tag (wie auch wohl jedem weiteren) gibt es von hier aus 4 Flüge – alle nach Bangkok. Der Check-In für den Flug vor meinem öffnet und ich werde schonmal meine Tasche los. Ich hoffe inständig, die verchecken das mit meinem Gepäck nicht und stecken es nicht ins falsche Flugzeug.
Danach kann ich endlich mal wieder rausgehen und mir was zu essen suchen. Immerhin gibt es Thunfisch-Sandwich, davon wird man zwar nicht satt, aber immerhin schmeckt es ganz gut. Ich kaufe auch noch eine Packung Pringles, aber irgendwie schmecken die nicht so gut, wie ich es gehofft habe. Nachdem ich ca. 1/4 gegessen habe, entdecke ich eine indische Familie mit zwei keinen Mädchen und schenke die Packung dem Vater, damit er sie den Kindern geben kann. Später sehe ich sie wieder und das kleinere Mädchen hat Chipskrümmel im Gesicht – also kam das Geschenk wohl gut an.

Die Stunden ziehen sich endlos dahin, so endlos, dass irgendwann nicht mal mehr lesen Spaß macht und ich mein Buch fast durch habe. Endlich geht das Boarding los – sehr schnell und unkompliziert, die kleine Propellermaschine ist schnell gefüllt und los gehts. Die Wolken sind wahnsinnig schön (es gibt ein kleines Foto – leider war die Scheibe sehr dreckig) und der Flug schneller vorbei als gedacht. Immerhin sehe ich noch kurz den Sonnenuntergang und schon landen wir in Bangkok.
Der Vorteil an kleinen Flugzeugen ist wohl, dass das Gepäck auch echt schnell da ist. Kaum komm ich aus der Toilette, sehe ich schon meinen Rucksack auf dem Gepäckband und muss hinlaufen um ihn noch zu erwischen. Dann geht es erstmal raus – und auf die Suche nach einem McDonalds! Ja, ich weiß, eigentlich wollte ich kein Fast Food essen, aber das war wirklich nötig. Der McChicken ist erstaunlich scharf und es ist tatsächlich richtiges echtes Fleisch. Also man sieht es. Ich bin sehr begeistert, auch wenn mir die ganze Geschichte dann doch recht schwer im Magen liegt.

Von McDonalds aus geht es direkt zum Taxi. Am Taxistand muss man eine Nummer ziehen. Ich bekomme die 103 – und die 65 ist gerade dran. Die ganze Wartehalle ist voller Menschen. Dennoch geht es erstaunlich schnell und dann darf ich vortreten und sagen wo es hingehen soll. Ich habe extra die Adresse vom Hostel rausgesucht, aber man kann nicht so wirklich was damit anfangen. Es dauert eine Weile, bis wir das Problem geklärt haben, dann aber darf ich einsteigen und werde bis vor die Haustür gefahren.
Im ETZ Hostel sitzt wie beim letzten Mal der aufmerksame und überaus nette Bursche und als ich sage, ich war schon einmal da, erinnert er sich und strahlt und sagt „beim letzten Mal waren deine Haare so schön!“. Ich erkläre ihm, dass die ganze Farbe von der Sonne und vom waschen leider raus ist und er lacht und sagt, ja das geht ihm gerade auch so. Ich wollte es nicht sagen, aber auch seine Haare sehen schlimm aus ;) Er gibt mir meinen Schlüssel und warnt mich schon mal vor, dass in dem gebuchten 4-Bett-Zimmer schon zwei andere Leute sind. Als ich das Zimmer betrete ist jedoch von den beiden anderen nichts zu sehen. Ich setze mich noch kurz an den Computer und telefoniere, als Mitbewohner Nummer 1 reinkommt, lächelnd nickt und direkt ins Bett verschwindet und schläft. Mitbewohner Nummer 2 erscheint etwas später, macht das Licht nochmal an, rumpelt rum und hört auch die ganze Nacht nicht so recht damit auf. Immer, wenn ich denke, ich schlafe gleich ein, dreht er sich energisch um, das Bett wackelt und ich bin wieder wach.
Immerhin hat er sich heute früh, und dann heute Nachmittag nochmal dafür entschuldigt. Er hatte so einen Jetlag dass er nicht schlafen konnte. Er heißt übrigens Max und ist Ire und kurz vorher war er noch in Berlin gewesen, nicht weit entfernt von meinem Zuhause. Das macht ihn gleich sehr sympathisch. Allerdings sind beide heute abgereist und ich habe nun das Zimmer für mich allein.

Meinen ersten Tag allein habe ich mit Shopping verbracht – das lässt jedes Frauenherz höher schlagen ;) Auf dem Weg zum CentralWorld, den ich ganz mutig zu Fuß laufen wollte, habe ich zwei pakistanische Frauen mit ihren Söhnen getroffen. Eigentlich wollte ich mich nur schnell an sie hängen, als sie eine größere Straße überquerten, aber dann kam ich mit der einen ins Gespräch. Ihr Name war so ähnlich wie Sarah, ich weiß nur nicht recht wie er geschrieben wird. Als sie erfuhr, wohin ich wollte, bestand sie darauf, dass ich mit ihr mitkäme, sie würde auch in die Richtung wollen. Den Bus wollte sie auch bezahlen, was ich sehr lieb von ihr fand. Vor dem Shoppingcenter verabschiedeten wir uns und ich betrat endlich das kühle Shoppingparadis, wo ich es ganze 5 Stunden aushielt und die meiste Zeit durch die 7 Etagen irrte. Aber ich habe alles bekommen, was ich haben wollte und zusätzlich noch eine extrem köstliche Portion Sushi.
Obwohl es in dem Center einige Touristen gab, in dem Restaurant war ich die einzige Ausländerin (zumindest Nicht-Asiatin). Das war für einen Moment ein komisches Gefühl, allein unter völlig Fremden zu sein. Vor allem, da die Thailänder viel mehr an Touristen gewöhnt sind als die Menschen in Myanmar und einen daher nicht so sehr beachten und ständig auf einen zugehen.
Am skurrilsten fand ich die Eisbahn, die ich inmitten des Centers gefunden habe. Dort liefen einige Kinder und Jugendliche mehr schlecht als recht mit ihren Schlittschuhen über das Eis, während ein paar andere versuchten sowas wie Eishockey zu spielen. Und das bei draußen über 40°.

Zurück zum Hostel habe ich mir dann ein Tuktuk geleistet. Ich musste allerdings drei Fahrer fragen, bis ich einen fand, der mich auch fahren wollte. Denn obwohl ich ihnen die genaue Adresse zeigen konnte UND eine Karte von Bangkok dabei hatte, in der das Shoppingcenter sowie das Hostel eingezeichnet war, war es für sie offensichtlich unmöglich, zu sehen wohin sie fahren sollten. (Dabei ist es ganz einfach: geradeaus, rechts, ein Stück fahren, am Park links, der Straße folgen und dann wieder rechts) Und selbst mein Fahrer, der sehr selbstsicher daher kam hat sich einmal verfahren und musste zweimal nach dem Weg fragen.

Nach der erfolgreichen Shoppingtour habe ich zur Entspannung meiner geplagten Füße erstmal ein bisschen nichts gemacht, oben im Aufenthaltsraum lief 21 und ich hab nebenbei ein bisschen Mails geschrieben. Zum Abendessen habe ich direkt um die Ecke einen guten Inder gefunden, da musste ich zum Glück auch gar nicht mehr weit laufen.

~ Jule ~

Anbei noch zwei letzte Eindrücke von der Landschaft in Myanmar, aus dem Auto aufgenommen, ein paar Wolken und eine Aufnahme aus Bangkok.

Wasserfestival in Hpa-an

Myanmar verabschiedet sich mit einem Highlight, von der Trockenzeit, vom alten Jahr, und auch von uns: Dem Wasserfestival.

Da noch ein ganzer Tag Zeit ist, bevor wir abreisen müssen, entscheiden wir uns, noch eine kleine Tuktuk-Tour durch die Umgebung von Hpa-an zu unternehmen und treffen am Mittwoch morgen um halb 8 beim Galaxy Hotel ein, welches diese Touren veranstaltet und wo es auch ein Frühstück gibt. Der Preis für die Tour ist natürlich etwas höher als angepriesen – es ist halt Wasserfestival. Dennoch muss ich sagen, umgerechnet ca. 3,70€ Festtagsaufschlag sind nicht viel.
Es gesellen sich noch ein junger Pole und ein sehr alter Amerikaner zu uns, die die Tour mitmachen wollen, was sehr praktisch ist, denn so sparen wir Geld. Der Amerikaner ist bestimmt um die 80, dafür noch recht flott auf den Beinen – trotzdem scheint die Tour eine bedenkliche Tortur für die alten Knochen zu sein.

Als endlich alle startklar sind, geht es los. Wir fahren recht lange zur ersten Station – einer kleinen Höhle namens Kawt-Ka-Thaung (siehe Bilder… danach habe ich das fotografieren aufgegeben) – und merken schnell: Kameras mitnehmen war ein hohes Risiko. Obwohl wir die Taschen gut verpackt und alles zusätzlich in Plastiktüten eingepackt haben, scheint alles im Tuktuk zu schwimmen. Was gestern noch in einem etwas zaghaften Rahmen abgelaufen ist, entwickelt sich heute zu einer regelrechten Wasserschlacht, und wir in unserem Gefährt sind dem Schutzlos ausgeliefert. Überall am Straßenrand haben die Menschen Bühnen errichtet, von denen sie soviel Wasser wie nur irgend möglich mit Schläuchen und Eimern und zur Not Plastikschüsseln auf die vorbeifahrenden Autos und Laster und Motorräder verspritzen. Wer keine Bühne hat steht halt mit großer Wassertonne am Straßenrand und hat nicht weniger Spaß. Und alle haben Lautsprecher aufgestellt aus der ohrenbetäubende Musik erklingt. Sobald wir vorbeigefahren sind, laufen die Jugendlichen auf die Straße und tanzen dort.
Es fahren unzählige Laster an uns vorbei, die Rückfläche voller tanzender Menschen, manchmal mit großem Wassertank aus dem sie die unten stehenden Leute nassmachen. Sobald sie die Europäer im Tuktuk sehen fangen sie an zu strahlen und zu winken.

Ich weiß nicht, ob es eine Steigerungsform von „nass“ gibt. Wenn ja, dann beschreibt sie vielleicht in etwa, wie es sich anfühlt Teil des Wasserfestivals zu sein. Zum ersten Mal habe ich wirklich gefroren, im Fahrtwind. Oder wenn die Kids Zugang zu wirklich eiskalten Wasser hatten. Manchmal kam das Wasser von allen Seiten, man wusste gar nicht, wohin sich wenden um zumindest das Gesicht frei zu haben.
Zunächst hat es den Anschein erweckt, dass dieses Festival hauptsächlich für die Kinder und Jugendlichen ist. Aber beim Anblick des überaus verschmitzten Lächeln einer Oma, die einen gerade so richtig erwischt hat, weiß man, dass es denen noch viel mehr Spaß macht. Es scheint, selbst wenn sie alleine mit einem Wasserkübel am Straßenrand stehen, dass es ihnen einen Heidenspaß macht und sie sich jedes Jahr aufs Neue darauf freuen.

Leider ist die Fahrt – abgesehen vom Wasserspaß – ziemlich anstrengend. Nicht nur für den alten Herren, sondern auch für uns jüngere Leute. Der Pole verlässt uns bei der zweiten Sehenswürdigkeit – eine größere Höhle namens Sadan-Cave und wir machen uns an den Aufstieg zum Höheneingang. Da ich noch etwas Probleme mit meinen Füßen habe und mal wieder Eintritt verlangt wird, beschließe ich auf einer steinernen Bank zu warten, während Micha die Höhe besichtigt. Vielleicht bin ich auch ein bisschen satt am Anblick von Buddha-Figuren.
Während ich so warte darf ich mein Foto-Lächeln mal wieder perfektionieren, da ich natürlich an genau der richtigen Stelle sitze, nämlich dort wo alle vorbeikommen. Stets werde ich sehr freundlich gefragt, wer dem Englischen nicht mächtig ist, grinst, hebt den Zeigefinger und sagt „Photo“. Von alt bis jung sind alle dabei und wir grinsen um die Wette. Irgendwann setzen sich zwei ältere Damen neben mich. Sie unterhalten sich und die eine zeigt immer wieder auf meine weißen Waden. Mit Zeichensprache gibt sie mir zu verstehen, wie schön sie meine weiße Haut findet, und als ich ihr meinen Arm hinhalte, fasst sie ihn begeistert an, dann hält sie ihren daneben, damit wir die Farbe vergleichen können. Ich gebe ihr zu verstehen, dass ich gern so schön braun wäre wie sie. Da lachen wir. Selbst so weit weg von Zuhause, einige Dinge sind einfach gleich.

Nach einer ganzen Weile, es könnte eine gute Stunde gewesen sein – ich hab mich oft gefragt ob er mich vergessen hat – kommt Micha endlich wieder. Wir gehen nach unten und er holt sich was zu Essen. Zu dritt geht es dann weiter zum Waterfall-Village. Unser Mitstreiter ist augenscheinlich nicht mehr sehr angetan von der Tour und dem ganzen Wasser. Trotz der Sorge um meine Kamera – ich habe sehr viel Spaß!
Unterwegs erwischt das Tuktuk eine unglückliche Menge Wasser und fällt aus. Wir werden von freundlichen Anwohnern zumindest aus der Wasserzone rausgeschoben, dann ist warten angesagt. Unser Fahrer tut sein bestes, aber da ist nix zu machen. Er versucht Hilfe herbeizutelefonieren, aber letztendlich ist es einer der Partylaster, der anhält und uns abschleppt. Irgendwann springt der Motor doch wieder an und es kann allein weitergehen. Wir kommen an einer schmalen Straße vorbei wo uns dicke Autos entgegenkommen. Unser Fahrer ist gelegentlich gezwungen, abzusteigen und die Autos in Millimeterarbeit am Tuktuk entlang zu lotsen. Ich sehe uns schon im Graben liegen aber wie durch ein Wunder passiert nichts.

Das Waterfall-Village präsentiert sich als weniger spektakulär als erwartet. Wie schon bei der Höhle zuvor ist das Militär recht gut bewaffnet vertreten, was mir ein mulmiges Gefühl gibt. Wir gehen vorbei an einigen Verkaufsständen und kleine Kinder machen sich einen riesigen Spaß daraus, eisgekühltes Wasser aus den Kühlboxen zu holen und uns damit zu bespritzen. Mir bleibt fast die Luft weg.
Wir kommen zu zwei Becken voller Wasser und voller Menschen die samt Klamotten ins kühle Nass gesprungen sind. Wobei das heute ja auch keinen Unterschied mehr macht. Über einen schmalen Weg zwischen den Becken kommen wir auf die andere Seite und sind nun etwas Abseits um Trubel. Ein paar Kinder gesellen sich zu uns und ich mache ein Selfie mit ihnen, worüber sie sich wahnsinnig freuen und es immerzu sehen wollen.
Nun spreche ich Micha an, ob wir die Tour, die bis fünf Uhr oder länger geplant war, nicht abkürzen wollen. Es ist ca. 14 Uhr und auch mir fällt das mit der Hitze ziemlich schwer. Wir einigen uns darauf, nur noch die nächste Station anzufahren. Als wir jedoch dem älteren Herren mit der Idee kommen, wird der sehr ungehalten, denn er will sofort zurück. Ihm habe man gesagt, die gesamte Tour würde nur drei Stunden dauern und die wären ja wohl schon lange vorbei. Zwar ist seine Art nicht sehr freundlich, aber ich bin ihm ein klein wenig Dankbar.

Auf direktem Weg geht es nun also nach Hpa-an zurück. Die Kids auf den Straßen sind nun so richtig in Fahrt und haben nun auch angefangen, den vorbeifahrenden Menschen Farbe und diverse andere Sachen in die Haare oder ins Gesicht zu schmieren. Man kann sich ärgern, oder einfach bereitwillig mitmachen und Lächeln. Ich entscheide mich für letzeres, denn ändern kann ich es ja eh nicht.
Als wir zum Hotel zurückkommen, stehen wir patschnass vor der Besitzerin. Sie lacht. Sie ist sowieso eine sehr witzige ältere Dame, sehr resolut. Sie sagt, wir sollen ihr folgen, dann drückt sie uns zwei Wasserschläuche in die Hand und da stehen wir, mit ihren Kindern oder Enkeln und deren Freunden neben der Bühne vor ihrem Hotel und dürfen den Spaß von der anderen Seite genießen. Das macht direkt noch viel mehr Spaß! Und es hat den Anschein, dass jeder, der unserer Spritzerei nicht entkommen kann, sich wirklich freut, sobald er sieht dass selbst die Weißen bereitwillig mitmachen.

Nach etwa 9 Stunden unterwegs und in der Wasserschlacht, brauche ich erstmal eine Dusche und eine Mütze voll Schlaf. Es ist ein wunderschönes Gefühl sich wieder trocken zu fühlen. Wir gehen auch erst nach Sonnenuntergang wieder vor die Tür, denn da hört die Wasserschlacht für heute auf. Und auf dem Weg zum ATM finden wir ein kleines Restaurant das noch offen hat, wo wir einkehren und den Abend zu Ende gehen lassen. Ich trinke grüne Fanta, die hier noch mehr Spaß macht, denn sie steht als „Funta“ in der Karte.

~ Jule ~

Anbei ein paar Eindrücke, die Straßenansichten sind für Mama, die in ihren letzten Kommentar ja ein bisschen darum gebeten hat. Leider konnte ich nicht mehr Fotos machen, da Wasser und Kamera nicht so supergut zusammen funktionieren ;)

Bago, der goldene Felsen und der „Bus“ nach Hpa-an

Bago ist ein schönes Örtchen unweit von Yangon. Die Stadt scheint sich hauptsächlich um die große Hauptstraße zu formen, zumindest ist hier am meisten los.
An der „Bushaltestelle“ werden wir von einem Mopedfahrer angesprochen, wohin wir wollen. Wie immer müssen wir zugeben, nichts gebucht zu haben und er bietet sich an, uns zu einem Hotel zu fahren. Ja, auch zu einem günstigen. Gleich wird ein Kumpel dazu gerufen und wir werden mit Sack und Pack auf zwei Mopeds durch die Stadt gefahren.

Wir kommen im Amara Gold Hotel unter und finden hier für einen günstigen Preis das sauberste Zimmer in ganz Myanmar. Unser Fahrer bietet gleich an, eine Stadtrundfahrt mit uns machen zu können. Mit Moped oder Tuktuk, wie wir wünschen. Wir vertrösten ihn auf den nächsten Tag, er sagt, wir sollen einfach an der Rezeption Bescheid sagen, die haben seine Nummer.
Nach der Ankunft genießen wir zunächst die kühle Klimaanlage und machen uns dann auf den Weg was Essbares zu finden. Leider ist an diesem Punkt unser Geldproblem noch nicht gelöst und wir müssen erstmal jemanden finden, der uns Geld wechselt. In einer Kneipe ist man bereit uns zu helfen, da die Wechselstube natürlich zu ist.
Schließlich sitzen wir da noch und trinken eine Cola, Micha raucht. Da kommt ein alter Mann, nimmt Micha die einheimische Zigarette ab, sagt „die ist nicht gut für Dich!“ und gibt ihm eine andere, auch einheimische Zigarette. Ok, die ist offensichtlich besser?!
Zum Abendessen gibt es dann für mich Tomatensalat und Pommes im Ocean Restaurant. Die Pommes schmecken nicht wie Pommes, aber sie sind unglaublich gut – was will man mehr?

Am nächsten Morgen werden wir natürlich nochmal von unserem Fahrer angesprochen, ob wir eine Tour machen wollen. Wir verabreden uns für 3 Uhr um der schlimmsten Hitze aus dem Weg zu gehen und morgens noch ein paar Besorgungen zu machen. Als wir den Hotelbesitzer fragen, wo die Post ist, bittet er uns, kurz zu warten, er müsse eh dorthin und kann uns mitnehmen. Unterwegs hält er an zwei ATMs damit ich Geld abholen kann. Wie wunderschön das  Geräusch eines Geldautomaten ist, der Geld zählt!

Die Post hat natürlich zu. Aber unser neuer Freund weiß, dass trotzdem noch Angestellte da sind und macht energisch auf uns aufmerksam. Man lässt uns zwar nicht rein, gibt uns aber durch das Gitter genügend Briefmarken und sogar Kleber – wir können ja schließlich nicht die ganzen Briefmarken selber anlecken.
Er nimmt uns dann noch mit zu seinem Laden und bietet und eine Cola an. Dann führt er uns rüber zu seinem Wohnhaus, da gibt es wieder eine „Zigarettenfabrik“ und schenkt Micha ein Päckchen zum ausprobieren. Als wir gehen wollen, sagt er uns noch, wie teuer ein Tuktuk zum Markt bzw. zum Hotel ist – und wir sollen auf keinen Fall mehr bezahlen!
Mit dem Tuktuk geht es also zum Markt. Wir schlendern eine Weile drüber, ich kaufe mir einen Regenschirm als Sonnenschutz und schließlich suchen wir uns eine kleine Bar wo wir eine kalte Cola genießen können, bevor wir zum Hotel zurück fahren.

Nach einer kleinen Pause werden wir schließlich wie verabredet von einem Tuktuk-Fahrer abgeholt zu unser kleinen Bago-Tour. Er bietet uns an – für eine kleine Summe – uns an den Kontrollen vorbei zu führen damit wir die Regierungsgebühr für die Pagoden sparen können. „Ihr könnt die natürlich auch bezahlen, wenn ihr wollt.“ Sagt er freundlich. Natürlich nehmen wir sein Angebot an, denn wir geben ihm lieber das Geld, da wissen wir, wer es bekommt. Er ist unglaublich aufmerksam, sagt uns genau, wohin wir gehen sollen, wo man die besten Bilder macht, wann es sinnvoller ist, die FlipFlops gleich im Wagen zu lassen oder wo ein schattiges Plätzchen dafür ist, damit sie beim wieder anziehen nicht so heiß sind. Er hilft uns auch beim Handeln am Souvenirstand und dolmetscht, wenn wir nicht weiterkommen.
Wir sehen ein paar Pagoden, zwei große liegende Buddhas, und einen Sonnenuntergang bei den vier sitzenden Buddhas von Kyaikpun. Danach fährt er uns wieder zum Ocean Restaurant wo wir diesmal auch sowas wie Fischstäbchen bestellen.
Als Abendprogramm gibt es Sweeney Todd im Fernsehen. Danach früh schlafen, denn am nächsten Morgen geht es um 5 Uhr früh weiter.

Unser nächstes Ziel ist Kyaikhto, ein klitzekleiner Ort welcher als Basislager auf dem Weg zum Goldenen Felsen dient. Dahin geht es in einem Minivan – wir sitzen ganz vorn beim Fahrer, ich auf einem provisorischen Minisitz. Immerhin für ein Hotel ist schon gesorgt, da der Bruder unseres TukTuk-Fahrers dort arbeitet und die beide gleich was klargemacht haben. Wir werden in Kyaikhto freundlich von Koko begrüßt und direkt zum Pann Myo Thu Inn geführt. Wir nehmen uns ein Zimmer und ich richte mich ein, da ich schon in Vorfeld entschieden habe, auf den Aufstieg zu verzichten ob der großen Hitze. Manchmal muss man leider vernünftig sein. Während Micha sich den Goldenen Felsen also ansieht versuche ich bei nichtfunktionierender Klimaanlage zu schlafen. Einen Tag entspannen tut einfach mal sehr gut.
Koko ist so gut und kümmert sich für uns um Bustickets für den nächsten Tag nach Hpa-an, unserer letzten Station vor der Grenze. Außerdem empfiehlt er uns ein Hotel in dem wir unter kommen können. Da das Wasserfestival bald beginnt, könnte es unter Umständen schwierig werden, etwas zu finden.
Abends gehen wir durch den kleinen Ort spazieren. Es gibt nicht viel außer Souvenirshops und ein paar Restaurants. Wir essen zu Abend und gehen wieder recht früh schlafen.

Um neun Uhr sind wir mit Koko verabredet, der uns zur Busstation begleitet, wo uns ein Pick-up zum richtigen Bus nach Hpa-an bringen soll. Er lässt uns auf einer Holzbank sitzen und sagt, das Pick-up holt uns hier ab und wir sollen dafür nicht bezahlen, das habe er schon gemacht. Irgendwann werden wir eingesammelt. Es ist wieder einer dieser Wagen mit Holzbänken, nur dass es diesmal noch eine dritte in der Mitte gibt. Der Wagen ist bereits sehr voll, aber die anderen Fahrgäste werden aufgefordert noch Platz zu machen. Unter unseren Mitfahrern ist eine große Frauengruppe die die meiste Zeit sehr viel zu lachen hat – worüber, verstehe ich leider nicht. Unterwegs steigen immer wieder Leute zu – die meisten müssen direkt zum Gepäck aufs Dach klettern.
Schließlich kommen wir an einem weiteren Busbahnhof an, aber wohl nicht unserem. Wir bleiben mit einer jungen Frau als einzige sitzen. Der nächste Halt ist endlich unserer. Wir werden zu einem Busstand geführt und uns wird erklärt, wir sollen uns einfach hinsetzen und warten, man würde uns bescheid sagen, sobald der richtige Bus da ist. Wir warten über eine Stunde, der Bus hätte längst kommen sollen. Aber immer wenn wir fragen, ob es nun der richtige sei, wird uns bedeutet, nein, bitte wieder hinsetzen.
Irgendwann fordert man uns auf aufzustehen, auch wenn wir keinen Bus sehen können. Offenbar kommt er wohl nicht mehr, oder da hat irgendjemand den richtigen Bus vercheckt, denn jetzt werden wir in den Kofferraum von einem Kombi von irgendeiner Familie verfrachtet. Die würden uns schon nach Hpa-an bringen. Ah-ja. Wenn man also denkt, noch kleiner als der Minivan, das geht gar nicht mehr – die Birmanen überzeugen einen prommt vom Gegenteil!
Auch wenn die guten Leute kein Wort verstehen, sie sind sehr nett und teilen ihre Melonen mit uns. Fast so ein guter Service wie im VIP-Bus… dennoch ist es recht unbequem, etwas zu eng und viel zu warm, da die Klimaanlage nicht bis hinten reicht. Sollte ich jemals ein Auto und einen Hund besitzen – ich werde ihn dort nie im Sommer zurücklassen!

Wir wurden in Hpa-an an der Bushaltestelle rausgelassen. Die Frage, wo unser Hotel sei, konnte man uns nicht beantworten. Also gingen wir etwas entkräftet und entmutigt die Straße entlang bis wir ein TukTuk fanden. Dieses brachte uns für einen unverschämten Preis nur ein paar Ecken weiter zu unserem Hotel das irgendwie ganz schön zu und verlassen war. Also fuhr er ein kleines Stück weiter zum Golden Sky Guest House. Hier fanden wir ziemlich günstig ein schönes Zimmer mit recht gutem WLAN und einem wunderschönen Ausblick vom Dach – wenn man sich den Müll auf der Wiese davor mal wegdenkt.
Also sind wir nun hier, in Hpa-an, jetzt den zweiten Abend. Gestern gab es nicht mehr viel  außer einem schnellen Mittagessen, nach welchem ich so fertig und durchgeschwitzt war, dass ich samt Klamotten unter die kalte Dusche gesprungen bin. Immerhin konnte ich auch so die Sachen waschen, denn meine Wäsche war zum ersten mal wirklich zu Ende. Den Sonnenuntergang konnten wir von der Dachterasse leider nur bedingt fotografieren, da dort noch ein anderes Hotel dazwischen war. Ein Abendessen zu organisieren war leider nicht so einfach, da hier die Bordsteine hochgeklappt werden, sobald es dunkel wird.

Heute war der erste Tag vom Wasserfestival. Pünktlich um 7 waren alle in den Startlöchern und haben draußen laut Musik angemacht. Es dauerte keine fünf Minuten, da war ich komplett nass. Na klar, es ist ja auch super einfach, sich an unschuldige Touristen ranzumachen, die sich nicht wehren können. An der nächsten Ecke haben wir gleich zwei Flaschen Wasser (heute besonders günstig) gekauft – Munition. Die „höflichen“ birmanischen Jungs sind immerhin so nett und kippen mir das Wasser nicht direkt über die Brust sondern stets in den Rücken. Immerhin hatten alle ihren Spaß und wir durften fröhlich mitmachen, das war offensichtlich sogar sehr gern gesehen. Micha hat sich irgendwann noch eine Wasserpistole gekauft. Gegen Mittag und pitschnass haben wir uns ins Hotel zurückgezogen und sind erst gegen Sonnenuntergang wieder raus. Diesen haben wir uns am Fluß angesehen. Rechts und Links von uns waren Jugendliche immer noch zugange die vorbeifahrenden Autos und Tuktuks mit dicken Wasserschläuchen zu bespritzen. Jegliche Wasseraktivität wurde allerdings mit einbrechen der Dunkelheit eingestellt – morgen geht es weiter!

Ein Busticket zur Grenze für übermorgen haben wir leider nicht organisieren können. Uns wurde nur der Tipp gegeben, morgens um 5 an der Haltestelle zu sein, da würden wir schon einsteigen können. Dafür haben wir eine TukTuk-Tour für morgen gefunden, um ein bisschen die Gegend zu erkunden. Vielleicht traue ich mich doch noch mal, meine Kamera (mit Regencape) mitzunehmen.

Bis dahin gibt es ein paar Eindrücke aus Bago und Hpa-an :)

~ Jule ~

Yangon

In der größten Stadt Myanmars haben wir nun drei Nächte verbracht. Leider muss ich sagen, dass ich nach den wunderbaren Tagen am Meer erneut Probleme habe, mich auf die drückende Hitze einzustellen. Daher haben wir es mal ruhig angehen lassen und uns nicht so sehr viel angesehen, wie wir es zuvor gemacht haben.
Die erste Nacht haben wir in einem mäßig schönen Hotel in der Nähe des Flughafens verbracht – da waren wir froh, überhaupt etwas zum schlafen gefunden zu haben. Mittags nahmen wir uns dann schließlich ein Taxi und zogen ins Agga Youth Hostel um – siebter Stock (mit Aufzug!) und Restaurant auf dem Dach. Die Zimmer machen einen sehr guten Eindruck, auch wenn man auf dem zweiten Blick den ein oder anderen Mangel feststellen kann. Immerhin gibt es ganze drei Steckdosen und gutes Internet!

Den ersten richtigen Mittag verbringen wir im Viertel, erkunden die schmalen Gassen (wobei mir Yangon im vergleich zu Mandalay eher etwas großzügiger erscheint) und landen in einem kleinen Restaurant. Leider ist mir die Portion viel zu groß bei der Hitze und so bleibt für Micha an späterer Stelle ein kleiner Mitternachtssnack übrig.
Unser kleines ATM-Spiel geht übrigens wieder von vorne los. Nachdem der letzte ATM in Ngapali nicht funktioniert hat und mir beim drücken der Enter-Taste einen hübschen Stromschlag verpasst hat, verweigern uns auch in Yangon die ATMs wieder Geld. Da wir nicht die einzigen sind, die geldlos von dannen ziehen, ist uns schon bewusst, dass es an den Automaten liegt. Heute habe ich allerdings festgestellt, dass es ebenso an unseren Karten liegt – wir haben im Vorfeld leider verpasst unser Erspartes auf die VISA-Karte zu überweisen und der Kreditrahmen war erschöpft. Man lernt halt nie aus. Schön ist natürlich, wenn man dann auch noch das Passwort für die Tan-App vergessen hat, die App daraufhin komplett gesperrt wird und man Mutti über WhatsApp anrufen muss, damit sie bei der Bank anruft und letztlich beide Telefone aneinander hält, damit ich mit der freundlichen Bankangestellten reden kann und sie mir eine Überweisung fertig macht. An dieser Stelle einen ganz lieben Gruß an die DKB, der Service ist top! (Ihr könnt ja nix für meine eigene Blödheit…)

Nach einer kleinen Nachmittagspause gehen wir abends erneut auf Streifzug und laden letztendlich in der Lions Bar, ein wenig über der Straße. Das Publikum ist hauptsächlich männlich und um unsere Beine streichen zwei wunderschöne Thaikatzen, wenig zurückhaltend beim betteln (ja, natürlich haben sie Erfolg!). In der Bar gibt es irgendwann Livemusik (Keyboard und wechselnde, recht schüchterne Sängerinnen) und eine kleine Modenschau. Ich versuche mich wirklich zusammenzureißen und die süßen Birmaninnen nicht vom Laufsteg zu holen und ihnen mal zu zeigen, wie man das macht. Heidi wäre entsetzt in Ohnmacht gefallen. Es ist ja nicht so, als wären sie nicht alle hübsch gewesen, aber so viel Zurückhaltung und wenig Körpergefühl tun der ganzen Sache nicht gut.
Zu den Pommes gibt es hier übrigens wieder Gabeln :)

Am zweiten Tag beschließen wir „relativ“ früh loszugehen und die große Shwedagon Pagode zu besuchen. Die sollte man ja schon gesehen haben, wenn man schon mal da ist. Eigentlich wollten wir auch zur Post, aber die liegt in der anderen Richtung und das ist bei dem Wetter einfach zu weit.
Unterwegs kommen wir an einem Einkaufszentrum vorbei und wollen gleich mal einen Blick hineinwerfen. Nachdem die Einkaufszentren in Bangkok sehr westlich daher kamen, vor allem, was die Auswahl der Geschäfte angeht, muss schließlich ein Vergleich her. (Hab ich schon erwähnt dass wir an keinem ATM Erfolg haben?) Am Eingang werden unsere Taschen kontrolliert, aber nichtmal Michas Multifunktionsmesser scheint hier ein Problem zu sein. Die untere Etage ist ziemlich elegant, hier gibt es sogar Mango – aber kein H&M. Und im Keller ist – so wie es sich für ein Einkaufszentrum gehört – natürlich ein Supermarkt. Ab der ersten Etage reihen sich dann Läden für Stoffe, Klamotten, Technik und Spielwaren aneinander, die alle recht ähnlich sind. Es gab auch einen süßen Laden mit Aktienfiguren (Svenja, ich hätte Dir echt gern eine mitgebracht, aber ich war leider total out of money :/). Besagtes Geld muss schließlich noch für Essen und Eintritt reichen…

Mit Essen ging es auch gleich weiter, in einem süßen kleinen Restaurant in besagtem Zentrum hatte ich meinen ersten Chickenburger seit gefühlt einer Ewigkeit und er war sogar richtig lecker!
Nach dem Einkaufszentrum kamen wir sehr bald zum People’s Park, fanden aber nicht gleich den Eingang und strandeten schnell noch mal in einem Restaurant wo wir uns eine Eisschokolade schmecken ließen. Bei dem Wetter muss man schließlich viel trinken.
Hinter dem Restaurant fanden wir dann auch endlich den Eingang und nachdem wir brav den Eintritt bezahlt haben, konnten wir gemütlich durch die schön gepflegte Parkanlage schlendern. Mehr als schlendern war auch nicht mehr machbar.
Irgendwann entschied ich, eine Pause wäre sehr angebracht und wir setzten uns auf eine Parkbank in den Schatten. Dort blieben wir nicht lange allein, denn an diesem schönen Tag waren sehr viele junge Leute unterwegs und wie wir da so saßen wurde uns gezeigt, wie die Äffchen im Zoo sich so fühlen müssen. Was aber natürlich keine Kritik sein soll, alle haben stets sehr höflich gefragt und immerhin konnten wir gechillt sitzen bleiben während sich immer mal wieder jemand zwischen uns setzte. Vor allem die Mädchen – und davon gab es viele – haben sich dann immer gern meine Hand geschnappt und hatten nicht die geringste Kontaktscheu. Für meinen nächsten Besuch in Myanmar werde ich mir ein T-Shirt bedrucken lassen: „Photo – 1000 Kyat“ – ich verspreche euch, ich komme mit mehr Geld zurück als ich vorher zusammengespart habe ;)

Nachdem wir nun auf gefühlt jedem Smartphone von Yangon verewigt waren, schlenderten wir weiter zur großen Pagode – nicht ohne vorher nochmal in ein schönes Shoppingcenter zu kommen und leider nichts kaufen zu können, da wieder keiner der ATMs bereit war uns Geld zu geben. Aber immerhin konnten wir die Klimaanlage genießen. Und davor gab es noch mal eine Portion Eis. Es war schön bunt, also war es gut. Der Eismann hatte einen klitzekleinen Hundewelpen an seinem Stand, den er für mich hochhob und ich durfte ihn streicheln. Ab da war der Tag wieder richtig gut :)

Am Eingang der Pagode wurden wir natürlich sofort abgefangen und durften Eintritt bezahlen – Einheimische müssen das nicht. Und da ihnen unsere Kleidung auch nicht so richtig gefiel durften wir zusätzlich zwei Longhys kaufen und direkt anziehen. Immerhin ist meiner lila :)
Ganz modern mit Rolltreppen konnten wir nach oben fahren und uns das prächtige Bauwerk und die ganzen Schreine und Buddhas ansehen. Leider waren die Steine wieder so heiß, dass ich mich meist nur rennend und hüpfend von der Stelle bewegen konnte. Auch hier wurden wir wieder sehr fleißig fotografiert und überaus freundlich angelächelt, wo immer wir auch hinkamen. Ein älterer Herr von stolzen 70 Jahren gesellte sich irgendwann zu uns zeigte uns unsere Wochentags-Buddhas über die man 3 mal Wasser kippt, das soll ein langes Leben bringen. Oder so. Er rannte dabei so schnell über die heißen Steine, dass ich kaum mitkam und befürchtete, mir ernsthaft Brandblasen zu laufen.
Am Ende wollte er natürlich eine ziemlich saftige Spende haben, was wir eher mäßig gut fanden, aber wir waren auch zu erledigt um zu diskutieren.

Die Fotoausstellung über die Pagode, mit vielen alten Bildern überflog ich eher und setzte mich dann davon in den Schatten um eine kleine Pause zu machen. Neben mir saß eine Familie mit einem kleinen Kind, das mich sehr überrascht ansah. Die Mutter ermunterte die kleine, doch zu mir rüber zu gehen und mir Hallo zu sagen. Nach einem kleinen Zögern tat sie das auch, gab mir die Hand und sagte brav mingalaba (Das ist Birmanisch und heißt guten Tag). Dann gab sie mir ein Küsschen auf die Wange und eines auf den Mund, ließ mich ziemlich verdutzt zurück und watschelte zu ihrer Mutter zurück. Da diese aber bis über beide Ohren strahlte schien das wohl ok zu sein ;)

Auf dem Rückweg leisteten wir uns ein Taxi und entschieden, im Hostel zu essen. Dort gab es unglaublich gute Thunfischsandwiches mit Pommes zum Sonnenuntergang.
Nach einer kurzen Pause sind wir nochmal vor die Tür gegangen zu einem nahegelegenen Einkaufszentrum um ein weiteres Mal unser Glück mit dem Geld zu probieren. Ein Mönch in der Schlange vor mir hat einen Riesen Batzen Geld abgeholt und damit wieder den Automat leergemacht. Kann man einem Mönch böse sein oder ist man dann ein schlechter Mensch?
(Das Problem löste sich, indem Micha am nächsten Tag Geld wechseln ging.)
So ging der zweite Tag in Yangon zu Ende, für mich mit ein bisschen Kopfweh, daher ging ich mal so richtig früh schlafen.

Heute mittag haben wir dann ausgecheckt und sind mit den öffentlichen Bussen nach Bago gefahren. Zum Glück hatte uns der nette Hotelangestellte genau aufgeschrieben, wie wir fahren sollten, daher konnten wir den Zettel einfach den Busfahrern zeigen und man sorgte sich auch darum, dass wir pünktlich wieder ausstiegen. Mal sehen, was Bago so zu bieten hat.

Anbei ein paar wenige Fotos von Yangon. Die Hitze und so.

~ Jule ~

Leaving paradise

Leider gehen auch die schönsten Dinge irgendwann zuende, so auch unser Aufenthalt in Ngapali. Schließlich geht auch unser Trip durch Myanmar langsam auf sein Ende zu und der Weg zur Grenze ist noch weit.

Der Abschied fällt mir nicht so leicht, so schön ist es am Meer. Das hat das Meer wohl stets so an sich. Trotzdem geht es am Dienstag Mittag auf die bislang längste Busfahrt nach Yangon. Sagte ich Busfahrt? Karusellfahrt trifft es besser! Die schmale Straße ist für diese Busse einfach nicht gemacht und vor allem in den hinteren Reihen wird man ständig aus dem Sitz geschleudert. Eine sehr interessante Erfahrung. Mitten in der Nacht kommen wir in Yangon an und nehmen das erstbeste Hotel dass uns angeboten wird – zumindest für eine Nacht. Gegen Mittag verlassen wir dieses wieder und lassen uns in die Innenstadt fahren, wo wir in einem Hostel unterkommen. Von hier aus kann man leichter zu den Sehenswürdigkeiten gelangen – das haben wir für morgen vor.

Was kann man bisher über Yangon sagen? Die Stadt ist riesig und kommt um einiges moderner daher als Mandalay. In Ngapali haben wir in einem Pizzarestaurant Joseph aus Kanada kennengelernt, er meinte, er hat Yangon lieben gelernt. Ich bin gespannt!

Anbei noch ein paar letzte Eindrücke vom Meer, Bilder aus Yangon folgen bestimmt morgen – denn ich habe endlich wieder Wifi :)

~ Jule ~

 

Ngapali Beach

Dieser Ort ist so unglaublich schön, dass man es nicht festhalten kann. Am schönsten war, neben der Katze, die Bootstour heute morgen mit Schnorcheln und Pommes essen mit Stäbchen auf der Insel.

Ich hatte etwas Angst um meine Kamera auf dem Boot, daher habe ich nur mit meinem iPhone Bilder gemacht. Aber wie schon gesagt, man kann das nicht festhalten – kommt selber her und seht es euch an!

Hier gibt es frisch gefangenen Fisch nach Sonnenuntergang am Strand, Doris zum fast streicheln (vielleicht vergisst ja doch mal eine dass sie gerade noch Angst hatte?) und Sonne Sonne Sonne. Die Krebse buddeln ihre Löcher am ganzen Strand und es sieht so aus wie wenn Papas bester Freund Herr Maulwurf mal wieder ganz fleißig im Garten war.

Hier ist das Paradis keine 25 m mehr entfernt (lieber Gruß an Fabi ;) ).

~ Jule ~