Ó-la-la

…Paris!

Seit ein paar Jahren gibt es zwischen mir und meiner Mutter eine schöne Tradition: Wir verreisen an unseren Geburtstagen zusammen. Schön, weil man Zeit miteinander verbringt und schön, weil man ein bisschen was neues von der Welt sieht.

Nun ergab es sich, dass Mutti nach der letzten Reise zu ihrem Geburtstag zwar von Rom wirklich und unglaublich begeistert war, aber eine Tatsache diesen Eindruck ein klitzekleinesbisschen trübte, möglicherweise. Denn wir besuchten dort die Katakomben und sie musste enttäuscht erfahren, dass es dort gar keine Knochen zu sehen gibt. Sind zerfallen. Hätte man wissen können. Diese Katakomben sind ja schon ein bisschen alt.

Also habe ich für dieses Jahr kurzerhand entschieden, dass Mutti ihre toten Menschen sehen sollte. Und wo kann man das besser als… in Paris?! – Genau, ich weiß es auch nicht.

Ja, man mag an dieser Stelle sagen – was, schon wieder unterwegs? Ja! Man könnte es ein Jet-Set-Leben nennen, mit einem Augenzwinkern. Denn es geht am Samstag von Berlin nach Düsseldorf, auf den Geburtstag meines Cousins und dann am Sonntag von Düsseldorf nach Paris. (Berlin Tegel hinkt im direkten Vergleich nicht nur meilenweit hinterher…) Vom Flughafen mit dem Zug und der Metro ab in unsere Ferienwohnung nahe des Sacre-Coeurs. Eine meiner Lieblingssehenswürdigkeiten in dieser wunderschönen Stadt!

Die Wohnung auf dem Boulevard Barbès liegt im Erdgeschoss, ist für Pariser Verhältnisse fast schon groß und zauberhaft eingerichtet. Der Bruder der Vermieterin ist sehr nett, vergisst allerdings uns zu zeigen, wie wir die beiden Haustüren von innen öffnen. Als wir zum Einkaufen raus wollen, stehen wir vor einem riesigen Problem. Zum Glück kommt ein junger Nachbar und rettet uns.

Vor der Haustür haben wir Zugang zu zwei verschiedenen Metro-Linien, die dafür Sorge tragen, dass wir jeden wichtigen Punkt in der Stadt schnell erreichen können. Zwar hat nur ein einziger Supermarkt in der Nähe am Sonntag geöffnet, aber wir bekommen alles, um unser traditionelles erste-Abend-Essen kochen zu können: Spagetthi und Tomatensoße. (Vor kurzem hat mich jemand angesprochen, warum ich nicht davon berichte, was es Vorort zu Essen gibt… nun… in Paris gab es für mich Spagetthi oder Kartoffeln und ab und zu ein bisschen angebratenes Hähnchen und jeden Abend Salat. Weil Mutti schon ganz gut kochen kann und das Essen in Paris einfach zu teuer ist ;) Ansonsten gibt es ganz viel Käse und Baguette und dazu Wein – weiß doch jeder ;) ) Den ersten Abend verbringen wir nach unserem Spaziergang ruhig, mit einrichten und einer Folge Barnaby.

Der Montag beginnt mit einer Schnitzeljagd. Denn Mutti hat Geburtstag und wie jedes Jahr wünscht sie sich „Nichts“ und ich beschränke mich auf ein einziges Geschenk, das auf ihrem Geburtstagstisch neben dem Plakat mit der großen Zahl steht. Im Geschenk sind 12 Hinweise versteckt, wo diverse Geschenke innerhalb der Wohnung (in der Waschmaschine, im Gefrierschrank oder in der Bademanteltasche) versteckt sind. Nach einer gewissen Aufwärmphase findet sie großen Gefallen daran und ich schätze, ich darf mir diese Mühe nun öfter machen.

Reich beschenkt und nach einem gemütlichen Frühstück brechen wir auf, zum Sacre Coeur, durch das Künstlerviertel und schließlich zu einem Trödelmarkt zwei Stationen von unserer Wohnung entfernt. An dieser Stelle darf ich nicht vergessen, Muttis neuen Filzhut zu erwähnen. Nachdem ich ihr Jahrelang in den Ohren lag, ebendiese mit einem Hut oder einer Mütze im Winter zu schützen, hat sie endlich meinem Rat vertraut und setzt den ganzen Urlaub ihren neuen Hut nicht mehr ab. Hält sogar die Haare in Schach, wenn man Selfis machen möchte – eine Form des Fotos die Mutti neu für sich entdeckt hat und nun ständig machen muss.

Nach dem Markt sind wir ziemlich geschafft, auf dem Weg nach Hause gehen wir noch zu Lidl (natürlich…) und zu Super-U, wo ich das beste Olivenöl ever finde. Nach einem frühen Abendessen machen wir Pause, dann fahren wir noch zu Notre Dame und spazieren ein wenig in der Gegend umher. Ich schätze, Mutti hat ihr Geburtstag sehr gut gefallen.

Für den Dienstag hatte ich den Katakombenbesuch geplant. Wie heißt es so schön, der Mensch plant und Gott lacht. Denn als wir davor stehen, hängt da ein kleiner Zettel mit dem Hinweis „heute geschlossen“. Zum Glück ist der Kundenservice von Get Your Guide sehr hilfsbereit und erstattet mir die volle Summe zurück. War ja alles schon bezahlt.

Stattdessen entscheiden wir, zum Eiffelturm zu laufen. Ist nur ein kleines bisschen weit. Unterwegs kommen wir am Pantheon vorbei (Eintritt ist uns zu teuer), gehen durch den Jardin du Luxembourg, lernen, dass die öffentlichen Toiletten von Paris zwar recht lange brauchen dann aber sehr sauber sind und kommen dann schließlich am Park vor dem Eiffelturm an. Ein paar Fotos, dann entscheiden wir beide, dass wir nun doch zu müde sind und lieber die Füße hochlegen wollen – und was essen. Mutti kocht so gut, dass sie den Feuermelder auslöst und einen Herzstecker kriegt. Ich schätze, das Telefon klingelt, weil ein Nachbar sich Sorgen macht. Aber: Wir haben alles im Griff!

Spontan entscheide ich am Mittwoch, dass wir den Katakomben noch eine Chance geben sollten. Diesmal sind sie geöffnet und der Preis vor Ort ist auch um einiges geringer. Im Februar scheinen sie nicht so gut besucht zu sein, denn von erlaubten 200 Besuchern sind nur 73 in den Gängen. Wir starten mit einem langen Abstieg und ich sage Mutti mit Absicht erst später dass wir a) sehr tief waren und b) sowas ja auch mal einstürzen kann. Zunächst folgt man einem langen, schmalen Gang. Ab und an gibt es Ausbuchtungen mit Texttafeln zur Geschichte. Leider nur auf Französisch und Englisch – Mutti ist von meinen miesen Übersetzungsversuchen so schnell gelangweilt, dass wir dann doch ohne Infos weitergehen. Nach einem kleinen Hinweis „Stopp! Hier beginnt der Tempel der Toten“ erblicken wir dann die ersten Knochen(berge). Ein klein wenig mulmig wird einem schon, die langen Gänge mit aufgebarten Knochen und Schädeln entlangzugehen. Aber genauso faszinierend ist es auch! Meine Fotos mache ich mit gemischten Gefühlen, man möchte die Toten ja schon respektieren, zum anderen ist es eine unglaubliche Gelegenheit. Mit Müh und Not kann ich Mutti auch davon abhalten, alles anzufassen. Es fällt ihr sichtlich schwer.

Nach dem eindrücklichen Besuch in den Katakomben fahren wir zur Wohnung zurück, es gibt Mittagessen und ein bisschen entspannen. Gegen Abend zieht es uns wieder richtung Sacre Coeur, unterwegs halten wir in einem süßen kleinen Schmuckladen. Schon beim ersten Spaziergang in der Gegend ist mir dieser aufgefallen, leider war er da geschlossen. Ich bekommen zwei neue Ringe und ein Paar Ohrringe und bin begeistert. Schließlich erklimmen wir die Treppe zum Sacre Coeur. Mutti besteht darauf, da sie in einem Reiseführer davon gelesen hat und die Treppe unbedingt schaffen will. Ich mache unterwegs ein paar Fotos, damit sie immer mal wieder verschnaufen kann (und ich auch). Oben angekommen werden wir vom Regen überrascht. Dennoch schlendern wir weiter, kaufen noch ein paar Mützen und ich mir einen Schal. Und überall mache ich Fotos von den schönen Kopfsteinpflasterstraßen im Regen, eines meiner liebsten Parismotive. Hoffentlich wird meine Jacke bis morgen wieder trocken!

Am letzten Tag fahren wir wieder zum Eiffelturm und zicken uns ein bisschen an. Auch das gehört zu einer Reise dazu. Wir spazieren noch bis zum Arc de Triumpf und ein Stück Richtung Louvre. Mutti hat Schmerzen in der Schulter und möchte lieber entspannen und auch mir ist es dort etwas zu voll. Wir fahren also Richtung zuhause zurück und gehen noch einmal zu Super-U, denn ich hätte gern Olivenöl für zuhause und Mutti braucht noch eine Erinnerungstasse. Und wie es so kommt, macht sie im Laden gleich noch eine kaputt.

Später fahren wir noch zur kupferfarbenen Metrostation Arts et Métiers, denn die wollten wir unbedingt sehen und spazieren von dort – erneut durch den Regen noch zu Flying Tiger, denn wie könnten wir einen Urlaub verbringen, ohne einen dieser Läden aufzusuchen! Den restlichen Abend verbringen wir mit packen und gehen recht früh schlafen. Denn schon am nächsten Morgen ist unser wunderbarer kleiner Paristripp vorbei und wir fliegen zurück nach Düsseldorf, besuchen meine Tante und am Samstag Vormittag geht es für mich zurück nach Berlin.

Kalt aber wundervoll, so ist Paris im Februar.

~ Jule ~

So’n Touri-Ding

Gestern wollten wir mal was von der Stadt sehen. Mal so’n Touri-Ding machen, damit wir nachher sagen können „Ja klar, da waren wir auch. Und wir waren natürlich auch in der Straße durch die Leonardo DiCaprio gelaufen ist. Ja genau, in the Beach.“

Also nahmen wir ein Boot Richtung großer Palast und genossen die schnelle und kurze Fahrt auf dem Chao Phraya. Fahrtwind und aufspritzendes Wasser waren ein Hochgenuss, ganz egal, wie der Fluß aussieht…

Angekommen ging es durch eine kleine Anlegestelle mit vielen kleinen Ständen, vorbei an unglaublich heißen Garküchen zu weiteren kleinen Läden. Schließlich nahmen wir ein Tuk-Tuk für eine kleine Tour. Natürlich wollte der Fahrer, dass wir in einigen Shops einkaufen, aber er hat es mit Fassung genommen, dass wir kaufunwillig blieben.

Besucht haben wir einen kleinen Tempel der gerade restauriert wurde, den Golden Mountain (sehr viele Stufen, sehr anstrengend, aber wunderbare Aussicht :) ) und schließlich den liegenden Buddha in Wat Pho.

Abschließend wollten wir vor Einbruch der Dunkelheit noch einmal die berühmte Khao San Road entlangspazieren. Gelandet sind wir in einem gemütlichen kleinen Restaurant in einer Parallelstraße und hatten unglaublich köstliches und zum Glück nicht scharfes thailändisches Abendessen abseits vom Troubel.

Mit dem Tuk-Tuk ging es zurück zum Hostel. Ans Tuk-Tuk fahren kann ich mich gewöhnen, nichts ist schöner als die Füße zu schonen und den Fahrtwind um die Nase zu spüren :)

Später sind wir nochmal in unserem Viertel auf Suche nach Essen unterwegs gewesen, da Micha schon wieder der Hunger plagte. Und obwohl ich auf dem Rückweg so unglaublich müde war, hatten wir beide tierische Probleme einzuschlafen. Bis vier Uhr haben wir wach gelegen. Böser Jetlag, vergehe!

Wer spät schlafen geht, schläft natürlich auch lange. Heute morgen war es 14 Uhr, als wir endlich das Hostel verlassen haben. Denn ohne Dusche am Morgen ist an den Tag nicht zu denken. Auch wenn man direkt danach schon wieder klebt, klebt es sich doch ein wenig frischer.

Heute stand Shopping auf dem Programm. Gern hätten wir auch mehr unternommen, aber seit dem ersten Tag habe ich schlimme Blasen an den Füßen und die werden auch nicht besser. Daher haben wir uns auf eine „kurze“ Route geeinigt. Auf der Karte sah das ja auch ganz nah dabei aus. Strecken dehnen sich bei Hitze wohl aus. Natürlich hätte es auch sinnvoll sein können, nicht in der Mittagshitze zum Shoppingcenter zu laufen.

Im Shopping-Viertel wird Bangkok schon viel hektischer. Der Verkehr ist unglaublich dicht und viel mehr Leute unterwegs. Auch wenn ich mich ehrlich gesagt auf noch mehr Menschen eingestellt habe, da alle Berichte lauteten, Bangkok sei unglaublich voll. Vielleicht liegt es daran, dass gerade nicht Hauptsaison ist.

Zuerst haben wir uns das Central World angesehen. Im Internet sahen die Innenansicht sehr spannend aus, was leider nicht ganz der Realität entsprach. Insgesamt, wenn man sich die Menschen wegdenkt, war es wie in einem Shoppingcenter in Berlin. Im Winter. Die üblichen Verdächtigen an Läden und genauso kalt. Vielleicht ein bisschen größer. Ich habe mir eine neue Hose bei H&M gegönnt. Die Preise sind übrigens identisch, die Kollektion auch, die Ineneinrichtung sowieso. Sollte man Heimweh bekommen, kann man einfach eine Filiale aufsuchen und sich zuhause fühlen ;)

Nach einem guten aber diesmal auch gut scharfem Curry-Mittagessen, bzw. Frühstück, weil es war ja das erste Essen des Tages ging es weiter zum Pantip Plaza, Technik shoppen. Dieser riesige Kasten bietet alles an Technik, was man sich wünschen kann. Viel Spielzeug für Jungs, Originale und billige Kopien – meistens nicht voneinander zu unterscheiden. Micha hat bei einem Reisestativ und einem neuen Case für seine GoPro zugeschlagen, ich habe nur gestaunt und mich verlaufen. Kurz habe ich mit dem neuen MacBook geliebäugelt dass hier sage und schreibe 800€ günstiger ist! Fast hätten wir dort auch übernachten müssen, da wir beinahe den Ausweg nicht gefunden hätten.

Shopping macht müde, daher wollten wir mit dem Tuk-Tuk zum Hostel fahren. Wollten deshalb, da der Tuk-Tuk-Fahrer uns viel zu früh rausgeworfen hat, weil er wohl keine Ahnung hatte, wo wir wirklich hinmussten. Meine Füße sagen Danke.

Nun werden wir den Abend damit verbringen zu recherchieren, wie wir morgen zum Flughafen kommen, denn morgen, ja morgen, da geht es weiter und zwar nach Myanmar. Auf zu noch höheren Temperaturen und neuen Abenteuern! :) Einen kleinen Vorgeschmack in Sachen nicht funktionierendes Internet bekommen wir jetzt schon, da wir schon nicht mehr rein kommen. Das könnte in Myanmar auch so sein, daher sage ich an dieser Stelle mal

Bis bald – wann auch immer das sein wird.

PS + Nachtrag: Die erste Magenverstimmung geht an Micha.

@Papa: Keine Sorge, wir leben bestimmt trotzdem noch, auch wenn es kein Lebenszeichen geben wird ;)

Anbei ein paar Eindrücke von unserer Touri-Tour:

~ Jule ~