Wasserfestival in Hpa-an

Myanmar verabschiedet sich mit einem Highlight, von der Trockenzeit, vom alten Jahr, und auch von uns: Dem Wasserfestival.

Da noch ein ganzer Tag Zeit ist, bevor wir abreisen müssen, entscheiden wir uns, noch eine kleine Tuktuk-Tour durch die Umgebung von Hpa-an zu unternehmen und treffen am Mittwoch morgen um halb 8 beim Galaxy Hotel ein, welches diese Touren veranstaltet und wo es auch ein Frühstück gibt. Der Preis für die Tour ist natürlich etwas höher als angepriesen – es ist halt Wasserfestival. Dennoch muss ich sagen, umgerechnet ca. 3,70€ Festtagsaufschlag sind nicht viel.
Es gesellen sich noch ein junger Pole und ein sehr alter Amerikaner zu uns, die die Tour mitmachen wollen, was sehr praktisch ist, denn so sparen wir Geld. Der Amerikaner ist bestimmt um die 80, dafür noch recht flott auf den Beinen – trotzdem scheint die Tour eine bedenkliche Tortur für die alten Knochen zu sein.

Als endlich alle startklar sind, geht es los. Wir fahren recht lange zur ersten Station – einer kleinen Höhle namens Kawt-Ka-Thaung (siehe Bilder… danach habe ich das fotografieren aufgegeben) – und merken schnell: Kameras mitnehmen war ein hohes Risiko. Obwohl wir die Taschen gut verpackt und alles zusätzlich in Plastiktüten eingepackt haben, scheint alles im Tuktuk zu schwimmen. Was gestern noch in einem etwas zaghaften Rahmen abgelaufen ist, entwickelt sich heute zu einer regelrechten Wasserschlacht, und wir in unserem Gefährt sind dem Schutzlos ausgeliefert. Überall am Straßenrand haben die Menschen Bühnen errichtet, von denen sie soviel Wasser wie nur irgend möglich mit Schläuchen und Eimern und zur Not Plastikschüsseln auf die vorbeifahrenden Autos und Laster und Motorräder verspritzen. Wer keine Bühne hat steht halt mit großer Wassertonne am Straßenrand und hat nicht weniger Spaß. Und alle haben Lautsprecher aufgestellt aus der ohrenbetäubende Musik erklingt. Sobald wir vorbeigefahren sind, laufen die Jugendlichen auf die Straße und tanzen dort.
Es fahren unzählige Laster an uns vorbei, die Rückfläche voller tanzender Menschen, manchmal mit großem Wassertank aus dem sie die unten stehenden Leute nassmachen. Sobald sie die Europäer im Tuktuk sehen fangen sie an zu strahlen und zu winken.

Ich weiß nicht, ob es eine Steigerungsform von „nass“ gibt. Wenn ja, dann beschreibt sie vielleicht in etwa, wie es sich anfühlt Teil des Wasserfestivals zu sein. Zum ersten Mal habe ich wirklich gefroren, im Fahrtwind. Oder wenn die Kids Zugang zu wirklich eiskalten Wasser hatten. Manchmal kam das Wasser von allen Seiten, man wusste gar nicht, wohin sich wenden um zumindest das Gesicht frei zu haben.
Zunächst hat es den Anschein erweckt, dass dieses Festival hauptsächlich für die Kinder und Jugendlichen ist. Aber beim Anblick des überaus verschmitzten Lächeln einer Oma, die einen gerade so richtig erwischt hat, weiß man, dass es denen noch viel mehr Spaß macht. Es scheint, selbst wenn sie alleine mit einem Wasserkübel am Straßenrand stehen, dass es ihnen einen Heidenspaß macht und sie sich jedes Jahr aufs Neue darauf freuen.

Leider ist die Fahrt – abgesehen vom Wasserspaß – ziemlich anstrengend. Nicht nur für den alten Herren, sondern auch für uns jüngere Leute. Der Pole verlässt uns bei der zweiten Sehenswürdigkeit – eine größere Höhle namens Sadan-Cave und wir machen uns an den Aufstieg zum Höheneingang. Da ich noch etwas Probleme mit meinen Füßen habe und mal wieder Eintritt verlangt wird, beschließe ich auf einer steinernen Bank zu warten, während Micha die Höhe besichtigt. Vielleicht bin ich auch ein bisschen satt am Anblick von Buddha-Figuren.
Während ich so warte darf ich mein Foto-Lächeln mal wieder perfektionieren, da ich natürlich an genau der richtigen Stelle sitze, nämlich dort wo alle vorbeikommen. Stets werde ich sehr freundlich gefragt, wer dem Englischen nicht mächtig ist, grinst, hebt den Zeigefinger und sagt „Photo“. Von alt bis jung sind alle dabei und wir grinsen um die Wette. Irgendwann setzen sich zwei ältere Damen neben mich. Sie unterhalten sich und die eine zeigt immer wieder auf meine weißen Waden. Mit Zeichensprache gibt sie mir zu verstehen, wie schön sie meine weiße Haut findet, und als ich ihr meinen Arm hinhalte, fasst sie ihn begeistert an, dann hält sie ihren daneben, damit wir die Farbe vergleichen können. Ich gebe ihr zu verstehen, dass ich gern so schön braun wäre wie sie. Da lachen wir. Selbst so weit weg von Zuhause, einige Dinge sind einfach gleich.

Nach einer ganzen Weile, es könnte eine gute Stunde gewesen sein – ich hab mich oft gefragt ob er mich vergessen hat – kommt Micha endlich wieder. Wir gehen nach unten und er holt sich was zu Essen. Zu dritt geht es dann weiter zum Waterfall-Village. Unser Mitstreiter ist augenscheinlich nicht mehr sehr angetan von der Tour und dem ganzen Wasser. Trotz der Sorge um meine Kamera – ich habe sehr viel Spaß!
Unterwegs erwischt das Tuktuk eine unglückliche Menge Wasser und fällt aus. Wir werden von freundlichen Anwohnern zumindest aus der Wasserzone rausgeschoben, dann ist warten angesagt. Unser Fahrer tut sein bestes, aber da ist nix zu machen. Er versucht Hilfe herbeizutelefonieren, aber letztendlich ist es einer der Partylaster, der anhält und uns abschleppt. Irgendwann springt der Motor doch wieder an und es kann allein weitergehen. Wir kommen an einer schmalen Straße vorbei wo uns dicke Autos entgegenkommen. Unser Fahrer ist gelegentlich gezwungen, abzusteigen und die Autos in Millimeterarbeit am Tuktuk entlang zu lotsen. Ich sehe uns schon im Graben liegen aber wie durch ein Wunder passiert nichts.

Das Waterfall-Village präsentiert sich als weniger spektakulär als erwartet. Wie schon bei der Höhle zuvor ist das Militär recht gut bewaffnet vertreten, was mir ein mulmiges Gefühl gibt. Wir gehen vorbei an einigen Verkaufsständen und kleine Kinder machen sich einen riesigen Spaß daraus, eisgekühltes Wasser aus den Kühlboxen zu holen und uns damit zu bespritzen. Mir bleibt fast die Luft weg.
Wir kommen zu zwei Becken voller Wasser und voller Menschen die samt Klamotten ins kühle Nass gesprungen sind. Wobei das heute ja auch keinen Unterschied mehr macht. Über einen schmalen Weg zwischen den Becken kommen wir auf die andere Seite und sind nun etwas Abseits um Trubel. Ein paar Kinder gesellen sich zu uns und ich mache ein Selfie mit ihnen, worüber sie sich wahnsinnig freuen und es immerzu sehen wollen.
Nun spreche ich Micha an, ob wir die Tour, die bis fünf Uhr oder länger geplant war, nicht abkürzen wollen. Es ist ca. 14 Uhr und auch mir fällt das mit der Hitze ziemlich schwer. Wir einigen uns darauf, nur noch die nächste Station anzufahren. Als wir jedoch dem älteren Herren mit der Idee kommen, wird der sehr ungehalten, denn er will sofort zurück. Ihm habe man gesagt, die gesamte Tour würde nur drei Stunden dauern und die wären ja wohl schon lange vorbei. Zwar ist seine Art nicht sehr freundlich, aber ich bin ihm ein klein wenig Dankbar.

Auf direktem Weg geht es nun also nach Hpa-an zurück. Die Kids auf den Straßen sind nun so richtig in Fahrt und haben nun auch angefangen, den vorbeifahrenden Menschen Farbe und diverse andere Sachen in die Haare oder ins Gesicht zu schmieren. Man kann sich ärgern, oder einfach bereitwillig mitmachen und Lächeln. Ich entscheide mich für letzeres, denn ändern kann ich es ja eh nicht.
Als wir zum Hotel zurückkommen, stehen wir patschnass vor der Besitzerin. Sie lacht. Sie ist sowieso eine sehr witzige ältere Dame, sehr resolut. Sie sagt, wir sollen ihr folgen, dann drückt sie uns zwei Wasserschläuche in die Hand und da stehen wir, mit ihren Kindern oder Enkeln und deren Freunden neben der Bühne vor ihrem Hotel und dürfen den Spaß von der anderen Seite genießen. Das macht direkt noch viel mehr Spaß! Und es hat den Anschein, dass jeder, der unserer Spritzerei nicht entkommen kann, sich wirklich freut, sobald er sieht dass selbst die Weißen bereitwillig mitmachen.

Nach etwa 9 Stunden unterwegs und in der Wasserschlacht, brauche ich erstmal eine Dusche und eine Mütze voll Schlaf. Es ist ein wunderschönes Gefühl sich wieder trocken zu fühlen. Wir gehen auch erst nach Sonnenuntergang wieder vor die Tür, denn da hört die Wasserschlacht für heute auf. Und auf dem Weg zum ATM finden wir ein kleines Restaurant das noch offen hat, wo wir einkehren und den Abend zu Ende gehen lassen. Ich trinke grüne Fanta, die hier noch mehr Spaß macht, denn sie steht als „Funta“ in der Karte.

~ Jule ~

Anbei ein paar Eindrücke, die Straßenansichten sind für Mama, die in ihren letzten Kommentar ja ein bisschen darum gebeten hat. Leider konnte ich nicht mehr Fotos machen, da Wasser und Kamera nicht so supergut zusammen funktionieren ;)

Bago, der goldene Felsen und der „Bus“ nach Hpa-an

Bago ist ein schönes Örtchen unweit von Yangon. Die Stadt scheint sich hauptsächlich um die große Hauptstraße zu formen, zumindest ist hier am meisten los.
An der „Bushaltestelle“ werden wir von einem Mopedfahrer angesprochen, wohin wir wollen. Wie immer müssen wir zugeben, nichts gebucht zu haben und er bietet sich an, uns zu einem Hotel zu fahren. Ja, auch zu einem günstigen. Gleich wird ein Kumpel dazu gerufen und wir werden mit Sack und Pack auf zwei Mopeds durch die Stadt gefahren.

Wir kommen im Amara Gold Hotel unter und finden hier für einen günstigen Preis das sauberste Zimmer in ganz Myanmar. Unser Fahrer bietet gleich an, eine Stadtrundfahrt mit uns machen zu können. Mit Moped oder Tuktuk, wie wir wünschen. Wir vertrösten ihn auf den nächsten Tag, er sagt, wir sollen einfach an der Rezeption Bescheid sagen, die haben seine Nummer.
Nach der Ankunft genießen wir zunächst die kühle Klimaanlage und machen uns dann auf den Weg was Essbares zu finden. Leider ist an diesem Punkt unser Geldproblem noch nicht gelöst und wir müssen erstmal jemanden finden, der uns Geld wechselt. In einer Kneipe ist man bereit uns zu helfen, da die Wechselstube natürlich zu ist.
Schließlich sitzen wir da noch und trinken eine Cola, Micha raucht. Da kommt ein alter Mann, nimmt Micha die einheimische Zigarette ab, sagt „die ist nicht gut für Dich!“ und gibt ihm eine andere, auch einheimische Zigarette. Ok, die ist offensichtlich besser?!
Zum Abendessen gibt es dann für mich Tomatensalat und Pommes im Ocean Restaurant. Die Pommes schmecken nicht wie Pommes, aber sie sind unglaublich gut – was will man mehr?

Am nächsten Morgen werden wir natürlich nochmal von unserem Fahrer angesprochen, ob wir eine Tour machen wollen. Wir verabreden uns für 3 Uhr um der schlimmsten Hitze aus dem Weg zu gehen und morgens noch ein paar Besorgungen zu machen. Als wir den Hotelbesitzer fragen, wo die Post ist, bittet er uns, kurz zu warten, er müsse eh dorthin und kann uns mitnehmen. Unterwegs hält er an zwei ATMs damit ich Geld abholen kann. Wie wunderschön das  Geräusch eines Geldautomaten ist, der Geld zählt!

Die Post hat natürlich zu. Aber unser neuer Freund weiß, dass trotzdem noch Angestellte da sind und macht energisch auf uns aufmerksam. Man lässt uns zwar nicht rein, gibt uns aber durch das Gitter genügend Briefmarken und sogar Kleber – wir können ja schließlich nicht die ganzen Briefmarken selber anlecken.
Er nimmt uns dann noch mit zu seinem Laden und bietet und eine Cola an. Dann führt er uns rüber zu seinem Wohnhaus, da gibt es wieder eine „Zigarettenfabrik“ und schenkt Micha ein Päckchen zum ausprobieren. Als wir gehen wollen, sagt er uns noch, wie teuer ein Tuktuk zum Markt bzw. zum Hotel ist – und wir sollen auf keinen Fall mehr bezahlen!
Mit dem Tuktuk geht es also zum Markt. Wir schlendern eine Weile drüber, ich kaufe mir einen Regenschirm als Sonnenschutz und schließlich suchen wir uns eine kleine Bar wo wir eine kalte Cola genießen können, bevor wir zum Hotel zurück fahren.

Nach einer kleinen Pause werden wir schließlich wie verabredet von einem Tuktuk-Fahrer abgeholt zu unser kleinen Bago-Tour. Er bietet uns an – für eine kleine Summe – uns an den Kontrollen vorbei zu führen damit wir die Regierungsgebühr für die Pagoden sparen können. „Ihr könnt die natürlich auch bezahlen, wenn ihr wollt.“ Sagt er freundlich. Natürlich nehmen wir sein Angebot an, denn wir geben ihm lieber das Geld, da wissen wir, wer es bekommt. Er ist unglaublich aufmerksam, sagt uns genau, wohin wir gehen sollen, wo man die besten Bilder macht, wann es sinnvoller ist, die FlipFlops gleich im Wagen zu lassen oder wo ein schattiges Plätzchen dafür ist, damit sie beim wieder anziehen nicht so heiß sind. Er hilft uns auch beim Handeln am Souvenirstand und dolmetscht, wenn wir nicht weiterkommen.
Wir sehen ein paar Pagoden, zwei große liegende Buddhas, und einen Sonnenuntergang bei den vier sitzenden Buddhas von Kyaikpun. Danach fährt er uns wieder zum Ocean Restaurant wo wir diesmal auch sowas wie Fischstäbchen bestellen.
Als Abendprogramm gibt es Sweeney Todd im Fernsehen. Danach früh schlafen, denn am nächsten Morgen geht es um 5 Uhr früh weiter.

Unser nächstes Ziel ist Kyaikhto, ein klitzekleiner Ort welcher als Basislager auf dem Weg zum Goldenen Felsen dient. Dahin geht es in einem Minivan – wir sitzen ganz vorn beim Fahrer, ich auf einem provisorischen Minisitz. Immerhin für ein Hotel ist schon gesorgt, da der Bruder unseres TukTuk-Fahrers dort arbeitet und die beide gleich was klargemacht haben. Wir werden in Kyaikhto freundlich von Koko begrüßt und direkt zum Pann Myo Thu Inn geführt. Wir nehmen uns ein Zimmer und ich richte mich ein, da ich schon in Vorfeld entschieden habe, auf den Aufstieg zu verzichten ob der großen Hitze. Manchmal muss man leider vernünftig sein. Während Micha sich den Goldenen Felsen also ansieht versuche ich bei nichtfunktionierender Klimaanlage zu schlafen. Einen Tag entspannen tut einfach mal sehr gut.
Koko ist so gut und kümmert sich für uns um Bustickets für den nächsten Tag nach Hpa-an, unserer letzten Station vor der Grenze. Außerdem empfiehlt er uns ein Hotel in dem wir unter kommen können. Da das Wasserfestival bald beginnt, könnte es unter Umständen schwierig werden, etwas zu finden.
Abends gehen wir durch den kleinen Ort spazieren. Es gibt nicht viel außer Souvenirshops und ein paar Restaurants. Wir essen zu Abend und gehen wieder recht früh schlafen.

Um neun Uhr sind wir mit Koko verabredet, der uns zur Busstation begleitet, wo uns ein Pick-up zum richtigen Bus nach Hpa-an bringen soll. Er lässt uns auf einer Holzbank sitzen und sagt, das Pick-up holt uns hier ab und wir sollen dafür nicht bezahlen, das habe er schon gemacht. Irgendwann werden wir eingesammelt. Es ist wieder einer dieser Wagen mit Holzbänken, nur dass es diesmal noch eine dritte in der Mitte gibt. Der Wagen ist bereits sehr voll, aber die anderen Fahrgäste werden aufgefordert noch Platz zu machen. Unter unseren Mitfahrern ist eine große Frauengruppe die die meiste Zeit sehr viel zu lachen hat – worüber, verstehe ich leider nicht. Unterwegs steigen immer wieder Leute zu – die meisten müssen direkt zum Gepäck aufs Dach klettern.
Schließlich kommen wir an einem weiteren Busbahnhof an, aber wohl nicht unserem. Wir bleiben mit einer jungen Frau als einzige sitzen. Der nächste Halt ist endlich unserer. Wir werden zu einem Busstand geführt und uns wird erklärt, wir sollen uns einfach hinsetzen und warten, man würde uns bescheid sagen, sobald der richtige Bus da ist. Wir warten über eine Stunde, der Bus hätte längst kommen sollen. Aber immer wenn wir fragen, ob es nun der richtige sei, wird uns bedeutet, nein, bitte wieder hinsetzen.
Irgendwann fordert man uns auf aufzustehen, auch wenn wir keinen Bus sehen können. Offenbar kommt er wohl nicht mehr, oder da hat irgendjemand den richtigen Bus vercheckt, denn jetzt werden wir in den Kofferraum von einem Kombi von irgendeiner Familie verfrachtet. Die würden uns schon nach Hpa-an bringen. Ah-ja. Wenn man also denkt, noch kleiner als der Minivan, das geht gar nicht mehr – die Birmanen überzeugen einen prommt vom Gegenteil!
Auch wenn die guten Leute kein Wort verstehen, sie sind sehr nett und teilen ihre Melonen mit uns. Fast so ein guter Service wie im VIP-Bus… dennoch ist es recht unbequem, etwas zu eng und viel zu warm, da die Klimaanlage nicht bis hinten reicht. Sollte ich jemals ein Auto und einen Hund besitzen – ich werde ihn dort nie im Sommer zurücklassen!

Wir wurden in Hpa-an an der Bushaltestelle rausgelassen. Die Frage, wo unser Hotel sei, konnte man uns nicht beantworten. Also gingen wir etwas entkräftet und entmutigt die Straße entlang bis wir ein TukTuk fanden. Dieses brachte uns für einen unverschämten Preis nur ein paar Ecken weiter zu unserem Hotel das irgendwie ganz schön zu und verlassen war. Also fuhr er ein kleines Stück weiter zum Golden Sky Guest House. Hier fanden wir ziemlich günstig ein schönes Zimmer mit recht gutem WLAN und einem wunderschönen Ausblick vom Dach – wenn man sich den Müll auf der Wiese davor mal wegdenkt.
Also sind wir nun hier, in Hpa-an, jetzt den zweiten Abend. Gestern gab es nicht mehr viel  außer einem schnellen Mittagessen, nach welchem ich so fertig und durchgeschwitzt war, dass ich samt Klamotten unter die kalte Dusche gesprungen bin. Immerhin konnte ich auch so die Sachen waschen, denn meine Wäsche war zum ersten mal wirklich zu Ende. Den Sonnenuntergang konnten wir von der Dachterasse leider nur bedingt fotografieren, da dort noch ein anderes Hotel dazwischen war. Ein Abendessen zu organisieren war leider nicht so einfach, da hier die Bordsteine hochgeklappt werden, sobald es dunkel wird.

Heute war der erste Tag vom Wasserfestival. Pünktlich um 7 waren alle in den Startlöchern und haben draußen laut Musik angemacht. Es dauerte keine fünf Minuten, da war ich komplett nass. Na klar, es ist ja auch super einfach, sich an unschuldige Touristen ranzumachen, die sich nicht wehren können. An der nächsten Ecke haben wir gleich zwei Flaschen Wasser (heute besonders günstig) gekauft – Munition. Die „höflichen“ birmanischen Jungs sind immerhin so nett und kippen mir das Wasser nicht direkt über die Brust sondern stets in den Rücken. Immerhin hatten alle ihren Spaß und wir durften fröhlich mitmachen, das war offensichtlich sogar sehr gern gesehen. Micha hat sich irgendwann noch eine Wasserpistole gekauft. Gegen Mittag und pitschnass haben wir uns ins Hotel zurückgezogen und sind erst gegen Sonnenuntergang wieder raus. Diesen haben wir uns am Fluß angesehen. Rechts und Links von uns waren Jugendliche immer noch zugange die vorbeifahrenden Autos und Tuktuks mit dicken Wasserschläuchen zu bespritzen. Jegliche Wasseraktivität wurde allerdings mit einbrechen der Dunkelheit eingestellt – morgen geht es weiter!

Ein Busticket zur Grenze für übermorgen haben wir leider nicht organisieren können. Uns wurde nur der Tipp gegeben, morgens um 5 an der Haltestelle zu sein, da würden wir schon einsteigen können. Dafür haben wir eine TukTuk-Tour für morgen gefunden, um ein bisschen die Gegend zu erkunden. Vielleicht traue ich mich doch noch mal, meine Kamera (mit Regencape) mitzunehmen.

Bis dahin gibt es ein paar Eindrücke aus Bago und Hpa-an :)

~ Jule ~